Q History Geschichte bei Radio Q

27Jul/11

“Es ist eine ernste Sache…” – Die Kulturgeschichte des Spiels

Kulturgeschichte des SpielensAuch wenn jedes Jahr immer wieder etliche neue Spiele auf den Markt kommen, bleibt die Grundidee doch oft ähnlich. Aber: “Warum spielt der Mensch eigentlich?“


 
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"Spiel ist Ordnung. Spiel ist Wagnis. Spiel ist Freiheit. Der Mensch braucht das Spiel, um seine Existenz zu erleben. Spiel mit dem Spiel. Es ist eine ernste Sache um die wahre Freude."

Es sind ganz schön philosophische Töne, die der Theologe und Schriftsteller Gerd Heinz-Mohr anschlägt, für eine so alltägliche Erscheinung: das Spielen. Was hat es auf sich mit dem Spielen im Leben des Menschen? Eines ist zumindest klar. Das Spiel zieht sich durch alle Epochen und Völker, durch alle Kulturkreise und so manches Spiel überdauert sogar Jahrtausende.

Auch in der Tierwelt wird gespielt

25Jul/11

Serious (History) Games – Die Schrecken der Vergangenheit als Lernspiel?

Serious (History) Games - Die Schrecken der Vergangenheit als Lernspiel?"Widerwärtig" nannte es die BILD-Zeitung, "geschmacklos" der Mauer-Forscher Hans-Hermann Hertle. Die Rede ist von "1378 (km)" - einem Ego-Shooter, der die unzähligen Dramen an der Innerdeutschen Grenze zwischen DDR und BRD aufgreift.


 
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Das Brisante dabei: Der Spieler kann nicht nur als 'Republikflüchtiger' versuchen, den Todesstreifen zu überwinden, sondern auch in der Rolle eines DDR-Grenzschützers Jagd auf die Flüchtlinge machen. Das Spiel wurde von dem Studenten Jens M. Stober entwickelt und sollte eigentlich zum Denken anstoßen, doch das Gegenteil war der Fall: Das Spiel sorgte bei Opferverbänden, Historikern und in der internationalen Presse für Empörung.

Q HISTORY: Bei mir am Telefon ist jetzt Linda Breitlauch, Medienwissenschaftlerin und Professorin für Gamedesign an der Mediadesign Hochschule in Düsseldorf.
Frau Breitlauch, die Diskussion um 1378 (km) ist sehr schnell hoch gekocht und ins Unsachliche abgeglitten. Woran lag das?

21Jul/11

“Wir Romanovs haben ein Andenken zu bewahren!” – Command & Conquer: Alarmstufe Rot und der Kalte Krieg

Alarmstufe Rot und der Kalte Krieg

Im Strategiespiel  "Command & Conquer: Alarmstufe Rot" wird aus dem Kalten Krieg ein heißer Krieg. Darin spiegeln sich unsere Geschichtsbilder von Ost und West wider.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelingt es Albert Einstein, mit einer Zeitmaschine die Vergangenheit zu verändern. Die Folgen: kein Hitler, keine Drittes Reich, kein Holocaust. Einen Zweiten Weltkrieg gibt es aber trotzdem: diesmal ist es nämlich die Sowjetunion, die ganz Europa erobern will.

General Gradenko (UDSSR): "Die Imperialisten sind uns ausgeliefert. Wir haben vierzehn Panzerdivisionen an dieser Grenze."

Agentin Nadia: "Und die Alliierten halten sie mit nur drei Divisionen auf? Es ist für unsere Propaganda überaus wichtig, dass wir Berlin vor dem Geburtstag des Genossen Stalin erobern."

14Jul/11

Vom Würfelspiel bis zum Onlinepoker – Zu Gast im Casino der Geschichte

Casino der GeschichteDas Glücksspiel ist fast so alt wie die Menschheit. Schon in der Antike riskierten Menschen ihr letztes Hemd für den Kick am Spieltisch. Q HISTORY zu Gast im Casino der Geschichte.


 
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Reporterin: Ob in der bunten Glitzerwelt von Las Vegas oder im Kiosk um die Ecke – Glücksspiele gehören für viele Menschen auf der Welt zum Alltag. Da wird gewettet und getippt, gewürfelt und gezockt.  Immer aber geht es um die Hoffnung auf den großen Gewinn. Dem schnellen Geld jagen aber nicht nur heute die Armen und Reichen nach. Ich möchte mit Ihnen eine Reise in die Vergangenheit machen. Woher kommt das Glücksspiel eigentlich und wie sind Könige, Adelige und das einfache Volk damit umgegangen? Um diesen Fragen nachzugehen spreche ich heute mit den Zeitzeugen höchst persönlich. Willkommen im Casino der Geschichte!

(Eine Tür öffnet sich, Stimmgewirr)

Reporterin: Ich bin jetzt hier auf dem roten Teppich, in der Eingangshalle. Vor mir stehen riesige Spieltische und Automaten. Bis jetzt sieht das alles nicht viel anders aus, als in jedem anderen Casino ... Naja, bis auf die Gäste. Dort sehe ich beispielsweise einige Herren mit Mänteln aus kratziger Wolle und Schuhen aus hartem Leder ... sie spielen Karten ... Ich glaube diese Männer kommen aus dem Mittelalter - ich werde sie einmal ansprechen.

Entschuldigen Sie, meine Herren.

Mittelalterlicher Spieler: Wer da? Sei Ihr etwa ein Scherge des Stadtverwalters  - oh, gut, Ihr seid nur ein Weibsbild. Was wollt Ihr hier?

Reporterin: Sie scheinen sich ja große Sorgen zu machen, erwischt zu werden. War in Ihrer Zeit das Glücksspiel verboten?

Viele mittelalterliche Städte haben Spielbanken eingerichtet