Bücher vs. Meyer: Ein historisches Duell
Auch in der Wissenschaft sind sich nicht alle immer ganz grün. Wir haben uns zwei besonders hitzige Streithähne für euch ins Studio geholt.
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Q HISTORY: Bei mir ist jetzt Karl Bücher (1847-1930), seines Zeichens Nationalökonom, heute würde man eher sagen Wirtschaftswissenschaftler, oder kurz: VWLer, und sein Kontrahent Eduard Meyer (1855-1930), ein Althistoriker, der gerne mal über den Tellerrand der griechischen und römischen Geschichte hinaus guckt, was es da sonst noch gab in der Antike. Vor rund hundert Jahren haben diese beiden Wissenschaftler eine Kontroverse angestoßen, die damals ziemlich Wellen geschlagen hat. Da ging es nämlich um die Wirtschaft in der Antike, genauer gesagt um die Frage: Wie modern war die Wirtschaft bei den Griechen?
Eduard Meyer: Überaus modern, das können Sie sich kaum vorstellen! Klar, auf den ersten Blick erscheint uns die Welt der Griechen irgendwie fremd, aber wenn man mal näher drüber nachdenkt...
Karl Bücher (gleichzeitig): Jaaa, also, schon die Frage ist falsch. “Modern” ist echt kein Begriff, den wir der Antike aufzwingen sollten. Das passt einfach vorne und hinten nicht...
Q HISTORY (unterbricht): Moment, einer nach dem andern. Sie werden hier beide noch zu Wort kommen, keine Angst... vielleicht lassen wir jetzt Herrn Bücher als dem Älteren von Ihnen beiden den Vortritt.
Bücher: Ja das will ich ja wohl meinen!
Meyer (im Hintergrund): Lassen wir den verstaubten Dogmen den Vortritt, meinetwegen ...
“Kann es sein, dass Weibsvolk anwesend ist?” – Die ersten Frauen an der Universität
Erst seit rund 100 Jahren haben Frauen in Deutschland das Recht zu studieren. Wie sie sich dieses Recht erkämpften, hat Astrid Mohr für Q HISTORY recherchiert.
Im Jahr 1908 schrieb sich eine junge Frau mit dem Namen Auguste Rannenberg an der Universität Münster ein. Sie wählte die Fächer Mathematik und Naturwissenschaften. Dieser profane Vorgang, den heute tausende von jungen Frauen vollführen, war damals revolutionär. Denn Auguste Rannenberg gehörte zu den ersten sechs Frauen, die sich an der Uni Münster immatrikulierten. Bis das möglich wurde, vergingen Jahrhunderte, in denen Frauen für ihre Rechte kämpften und sich auf unterschiedlichstem Wege Zugang zu Bildung suchten. Es war ein langer Weg der Frauen zu den Toren der Universitäten…
Es gab sie bereits im Mittelalter, die gelehrten und gebildeten Frauen. In Klöstern, Stiften und Inklusen widmeten sie sich geistiger Arbeit. Teils sogar intensiver als die Männer, die sich auf das Kriegshandwerk fokussierten. Aber als im 12. Jahrhundert die ersten Universitäten gegründet wurden war eines klar: Der Zutritt ist Frauen verboten. Der wissenschaftliche Diskurs erreichte sie nie. Berühmte intellektuelle Frauen des Mittelalters wie Hroswitha von Gandersheim (935-973) oder Hildegard von Bingen (1098-1179) strebten nach einem Weisheitsideal, das stets fernab der wissenschaftlichen Institutionen bleiben musste.
Wenn sie etwas wissen wollen, sollen sie ihre Männer fragen
Gab es die “Wissenschaftliche Revolution”?

Ist die „Wissenschaftliche Revolution“ der „Ursprung der Moderne“? Hat es eine solche Revolution überhaupt gegeben? Q HISTORY erforscht die Wissenskultur der Frühen Neuzeit.
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Newton schafft Licht
„Natur und der Natur Gesetze lagen in dunkler Nacht; Gott sprach: Newton sei! Und sie strahlten voll Pracht.“ Ein lyrisches Denkmal setzte der englische Dichter Alexander Pope (1688-1744) dem wohl berühmtesten Naturforscher des 17. Jahrhunderts: Isaac Newton (1642/43- 1726/ 31).
Newtons Berechnungen der Gravitationskraft brachten dem englischen Wissenschaftler schon zu seinen Lebzeiten Ruhm und Ehre ein. Sein Werk wurde als Gipfelpunkt der sogenannten „Wissenschaftlichen Revolution“ interpretiert. Marian Füssel, Professor für die Geschichte der Frühen Neuzeit an der Universität Göttingen, erklärt, was sich hinter diesem Begriff verbirgt:
„Wissenschaftliche Revolution“
Copy, Paste, Piracy: Die Geschichte des geistigen Eigentums
Der Umgang mit geistigem Eigentum lässt die Deutschen in Zeiten von Plagiatsaffären und illegalen Downloads nicht los.
Q HISTORY über die Geschichte des geistigen Eigentums.
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Die Geschichte des geistigen Eigentums beginnt mit einem Fluch ... "Es war das Jahr 1886, als in Bern zehn Staaten allgemeine Regelungen für das Urheberrecht schufen. Die ‘Berner Übereinkunft' sollte ..." Moment, Moment! Natürlich wurde das moderne Urheberrecht erst um 1900 begründet. Soweit sind wir doch aber noch nicht! Ich sagte doch, die Geschichte beginnt im Mittelalter mit einem Fluch ...
"Allen, die unrecht verfahren und sündigen mit diesem Buch, denen sende ich diesen Fluch und denen, die Falsches hinzu erdichten: Der AUSSATZ soll sie dann vernichten […]." So Eike von Repgow (ca. 1180-1233). Der Bücherfluch sollte Unbefugte davon abhalten, den von ihm verfassten Sachsenspiegel zu verändern. Mit dieser Meinung stand Eike aber relativ alleine da.
Abschreiben war im Mittelalter gang und gäbe
Sendung 8/2011: Wissenschaftsgeschichte

„Ich beschäftige mich viel mit der Erforschung der physikalischen Ursachen. Dabei möchte ich zeigen, daß die Maschine des Universums nicht einem göttlich beseelten Wesen gleicht, sondern einer Uhr.“ - Die Welt zu erklären ist das Ziel einer jeder Wissenschaft. Mit Theorien, Methoden und Modellen oder Metaphern, wie "die Welt als Uhr", wird dieses Projekt seit Jahrhunderten bestritten. Doch hat es einen kontinuierlichen Fortschritt gegeben oder ist die Erforschung der Welt nicht doch von Umbrüchen geprägt?
Die Themen:
