Q History Geschichte bei Radio Q

8Okt/10

Terror, Taliban und Territorien – Grenzen und Staatlichkeit in Afghanistan – Interview mit Conrad Schetter

Afghanistan-Experte Conrad Schetter

Conrad Schetter: "Vor einem Jahr mussten wir Papiere schreiben, weshalb man in Afghanistan bleiben muss, heute müssen wir Papiere schreiben, wie der Abzug aussehen soll."

Die Zeit der Bundeswehr in Afghanistan läuft ab. Während in Deutschland immer neue Abzugspläne diskutiert werden, geraten die westlichen Besatzer durch die wiedererstarkten Taliban und Enthüllungen wie Wikileaks zunehmend in Bedrängnis. Warum gelingt es den ISAF-Truppen nicht, die immer wieder ins benachbarte Pakistan flüchtenden Taliban zu fassen? Wie weit muss man zurück gehen, um den Konflikt in Afghanistan verstehen zu können? Wir haben Dr. Conrad Schetter, Afghanistan-Experte von der Universität Bonn und Berater der Bundesregierung, getroffen und ihm ein paar Fragen zur Geschichte Afghanistans gestellt.

Q History: Herr Schetter, ganz allgemein: was bedeuten die Grenzen des afghanischen Staates für die Afghanen?
 

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4Okt/10

Polygamie und Theokratie, die Täufer von Münster – Interview mit Werner Freitag

Werner Freitag

Prof. Dr. Werner Freitag

Was als Berg Zion bekannt war, beherbergt heute den Wochenmarkt, und wo leere Eisenkäfige hängen, erwartete einst der König von Münster seinen Tod. Die Münsteraner Täufer - wer war diese Gruppe, was hatte sie mit der Reformation zu tun und stimmt es, dass diese christliche Sekte Polygamie praktizierte? Wir haben Prof. Dr. Werner Freitag vom Institut für vergleichende Städtegeschichte getroffen und mit ihm über das Münsteraner Täuferreich gesprochen.

Q History: Herr Freitag, ganz allgemein: Wer waren die Münsteraner Täufer?

Werner Freitag: Die Täufer sind eine Bewegung, die aus dem niederländischen Bereich kommen und versucht haben, sich in Straßburg breitzumachen. Wir haben dann später in Münster eine Sonderentwicklung, dass nämlich eine ursprünglich lutherische Reformation, unter der Führung des charismatischen Prädikanten Bernhard Rothmann, eine Eigendynamik bekommt.
 
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23Sep/10

Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation – Interview mit Martin Kintzinger

Martin Kintzinger

Prof. Dr. Martin Kintzinger

Ziemlich genau eintausend Jahre lang, von Karl dem Großen bis Napoleon, existierte in Mitteleuropa ein Reich, das sich zunächst römisch, dann heilig, und dann auch noch deutsch nannte. Wir haben Prof. Dr. Martin Kintzinger von der Universität Münster getroffen und mit ihm über das Reich im Mittelalter gesprochen.

Q HISTORY: Herr Kintzinger, der Begriff Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation ist zwar vielen Menschen bekannt, seine Einzelteile sind aber nicht so einfach zu erklären. Beginnen wir mit dem Wort Römisch. Der erste Herrscher des Mittelalters, der diesen Titel trug, war der Frankenkönig Karl der Große. Warum hat er sich zum römischen Kaiser krönen lassen?

Martin Kintzinger: Nun, er hatte das auch mit Schwierigkeiten verbunden, die er gesehen hat.

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3Sep/10

Gesandtschaften und Diplomatie im Mittelalter – Interview mit Eva Schlotheuber

Eva Schlotheuber

Prof. Dr. Eva Schlotheuber

Im zehnten Jahrhundert reiste der italienische Gesandte Liutprand von Cremona ins ferne Byzanz. Seine diplomatische Mission, eine Heirat zwischen einer byzantinischen Prinzessin und dem Sohn Otto des Großen herzustellen, scheiterte kläglich. Wir haben Prof. Dr. Eva Schlotheuber von der Universität Münster getroffen und mit ihr über Gesandtschaften und Diplomatie im Mittelalter gesprochen.

Q HISTORY: Frau Schlotheuber. Wie heute die Bundeskanzlerin oder der Außenminister auf diplomatische Reise gehen, so gab es auch im Mittelalter Gesandtschaften zwischen Königen und Kaisern, Herzögen und Grafen. Warum machte man sich damals auf den riskanten Weg, waren es die gleichen Gründe wie heute?

Eva Schlotheuber: Gesandtschaften dienten im Mittelalter, nicht anders als heute, dem Austausch zwischen Herrschern und Völkern.

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23Aug/10

Krieg und Folter im Mittelalter – Interview mit Gerd Althoff

Prof. Dr. Gerd Althoff

Prof. Dr. Gerd Althoff

Ein Leben in ständiger Angst vor brutalen Überfällen, grausamen Inquisitoren und der richterlichen Willkür des Adels. Trifft dieses Bild vom Mittelalter zu oder müssen wir es in das Reich der Geschichtsmythen und Legenden verbannen? Was ist dran, am schlechten Ruf des Mittelalters? Wir haben Prof. Dr. Gerd Althoff von der Universität Münster getroffen und mit ihm über Krieg und Folter gesprochen.

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