Sendung 12/2010: Herodot – Der “Vater der Geschichtsschreibung”

"Herodots Zeit ist eine Zeit voller Revolutionen und Umstürze." - im Bild die Persische Leibgarde der "Unsterblichen"
Er war der Erste, der wirklich Geschichte schrieb: Der griechische Geschichtsschreiber Herodot gilt als der „Vater der Geschichtsschreibung“. Er selber lebte in den Wirren der antiken Perserkriege und damit in einer turbulenten Zeit. Christine Krüger und Cornelia Pfeifer haben untersucht, wie Herodot von seiner Zeit beeinflusst wurde.
Am Anfang war Herodot. Bereits vor mehr als 2.400 Jahren verfasste der griechische Geschichtsschreiber sein neunbändiges Werk, die „Historien“. Das brachte ihm schon in der Antike viel Lob ein. So pries Cicero seinen griechischen Vorgänger als „Vater der Geschichte“. Professor Peter Funke vom Seminar für Alte Geschichte der Universität Münster erklärt, warum diese Bezeichnung zutrifft:
Peter Funke: „Er ist sicherlich insofern als „Vater“ zu bezeichnen, weil er die Grundlinien dessen, was wir heute als Historiker auch betreiben, nämlich Geschichte nachzuzeichnen und zu beschreiben, dass er dafür die Grundlagen gelegt hat.“
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Interview mit einem Toten – Der preußische Historiker Leopold von Ranke im Gespräch

"Historiker sind rückwärts gewandte Propheten!" Interview mit einem Toten. Leopold von Ranke in der U-Bahn Berlins (5.v.l.).
Tote gehören unter die Erde – Interviews mit ihnen auch!
(Akkordeonspiel in einer U-Bahn Station)
Ich dränge mich an den Menschen entlang in die Berliner U-Bahn. ... Der da drüben könnte es sein. ... Etwas merkwürdig so ganz in Farbe.
Q History: Ranke?
Er schaut auf. So und jetzt ab ins kalte Wasser!
Q History: Herr Ranke. Sie sind seit mehr als 123 Jahren tot. Wie geht es Ihnen?
Leopold Ranke: Von Ranke, so viel Zeit muss sein! ... Och. Wenn ich lese, wie präsent ich eigentlich noch immer bin, geht es mir sogar sehr gut.
(Menschenmenge drängt zum Gleis)
Q History: Sie werden als einer der Väter der modernen Geschichtswissenschaft bezeichnet - zu Recht?
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Sendung 12/2010: Der Historiker und seine Zeit

Johann Gustav Droysen (1808–1884).
Der Spruch "Geschichte wird von Siegern geschrieben" verdeutlicht es: Geschichte ist etwas, das von jemandem geschrieben werden muss. Derjenige, der sie schreibt verfolgt dabei eine bestimmte Absicht. Bevor sich Historiker der Aufgabe angenommen haben die Vergangenheit mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen, waren es Mönche oder andere Gelehrte, die für Geld Chroniken geschrieben oder andere Formen der Geschichtsschreibung betrieben haben. Warum schrieben sie alle Geschichte? Wie und zu welchem Zweck brachten sie ihre Erkenntnisse in die Gesellschaft ein?

