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		<title>Chile-Spezial #6: Nach den Interviews</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 21:29:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henrik Kipshagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Podcast: Play in new window &#124; Download Die ersten Interviews mit Zeitzeugen sind geführt. Studentin Nadia berichtet davon. Nadia: "Wir sind letzten Montag bei Herrn Rosendahl gewesen. Das ist ein ehemaliger Geschichtsstudent der Uni Münster, der hier in den 70er Jahren studiert hat und damals in der Chile-Solidarität aktiv war. Wir haben ihm Fragen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_5815" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/08/ausstellung-solidaritaet-chile.jpg"><img class="size-full wp-image-5815" title="Ausstellung: Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/08/ausstellung-solidaritaet-chile.jpg" alt="Ausstellung: Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)" width="150" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Von wegen taxifahrende Geisteswissenschaftler! Q-HISTORY begleitet Wissenschaftler und Studenten bei ihrer Arbeit für die Ausstellung &quot;Chile-Solidarität in Münster&quot; im Stadtmuseum Münster.</p></div>
<p><br />
Podcast: <a title="Play in new window" onclick="wopen('http://www.qhistory.de/podcasts/Chile-Spezial-7-Nach-den-Interviews.mp3', 'popup', 340, 240); return false;" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Chile-Spezial-7-Nach-den-Interviews.mp3" target="popup">Play in new window</a> | <a title="Download" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Chile-Spezial-7-Nach-den-Interviews.mp3">Download</a></p>
<p><strong>Die ersten Interviews mit Zeitzeugen sind geführt. Studentin Nadia berichtet davon.</strong></p>
<p><strong>Nadia: </strong>"Wir sind letzten Montag bei Herrn Rosendahl gewesen. Das ist ein ehemaliger Geschichtsstudent der Uni Münster, der hier in den 70er Jahren studiert hat und damals in der Chile-Solidarität aktiv war. Wir haben ihm Fragen zu seiner Solidaritätsarbeit gestellt, wobei uns hauptsächlich die Motivation interessierte, also wie er zu diesem Engagement gekommen ist. Darüber hinaus wollten wir aber auch von ihm wissen, welche Rolle er bei der Solidarität gespielt hat, und welches Erinnerungsstück er noch an diese Zeit hat."</p>
<p>Auch Studentin Sarah hat erste Erfahrungen mit Interviews gemacht.</p>
<p><strong>Sarah: </strong>"Das Interview mit Frau Imholz hat sehr viel Spaß gemacht, und ich habe von der Zeitzeugin auch viel Neues gelernt. Ich fand es richtig spannend, zu erfahren, wie sie das Ganze selbst erlebt hat, welche Erfahrungen sie gemacht hat, welche Eindrücke sie mitgenommen hat, und das war sehr bereichernd. Ich war natürlich ein bisschen aufgeregt am Anfang, aber die Atmosphäre war sehr entspannt. Wir haben uns ja vorher schon intensiv mit dem Thema beschäftigt, das heißt ich kannte die Geschichte der Person, und dadurch habe ich oft gedacht: Aha, das könnte sie jetzt vielleicht antworten, das passt zu der Biographie oder Ähnliches. Aber dann kamen manchmal doch ganz andere Antworten, auch überraschende Antworten, und das ist eben das Spannende daran. Man bekommt nicht seine vorgefertigte Meinung reproduziert, sondern es werden die persönlichen Erfahrungen der Betroffenen erklärt."</p>
<p><strong>Nadia: </strong>" Wir haben vorher im Seminar eine Leitfaden für unsere Fragen entwickelt, und daran haben wir uns erstmal gehalten. Aber oft war es dann so, dass Herr Rosendahl sehr ausführliche Antworten gegeben hat, und daran konnten wir dann immer wieder mit neuen, spontanen Fragen anknüpfen. Das Interview war sehr aufschlussreich und interessant, er hat uns viel erzählt, wusste auch noch viel, und fühlte sich auch noch emotional mit dem Thema verbunden."</p>
<p>Und die Technik? Hat alles funktioniert?</p>
<p><strong>Sarah: </strong>"Herr Bomholt war ja mit und hat die Technik für uns übernommen, und das war einwandfrei, da mussten wir uns gar keine großen Gedanken machen. Das Einzige waren die Lichtverhältnisse, dann erst war es sehr wolkig, doch dann sind die Wolken immer wieder aufgerissen, so dass sich das Licht plötzlich verändert hat. Und das sah man natürlich auf dem Video. Deshalb mussten wir zwei Fragen wiederholen, um auch sicher ein gutes Endergebnis zu bekommen. Frau Imholz hat das sehr souverän gemeistert, und manchmal waren die zweiten Antworten sogar noch besser, weil ihr dann etwas eingefallen war, das sie noch einbauen konnte."</p>
<p>Auch Nadia ist mit den Ergebnissen zufrieden.</p>
<p><strong>Nadia: </strong>"Das Interview war sehr lang, länger als erwartet, aber eben auch sehr interessant. Und die Fragen, die für die Ausstellung wichtig sind, wurden auch alle gut beantwortet. Das ist jetzt wichtiges Material."</p>
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		<title>Chile-Spezial #5: Vor den Interviews</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 21:29:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henrik Kipshagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Podcast: Play in new window &#124; Download Kameramann Markus Bomholt und die Studenten sprechen über ihre Erwartungen an die Zeitzeugeninterviews. Lisa: "Was natürlich sehr spannend, aber gleichzeitig auch sehr schwierig sein wird, das sind die Zeitzeugeninterviews. Ich glaube, da freuen wir uns alle drauf - denn es ist einfach spannend, mit jemand zusammenzutreffen, der bei [...]]]></description>
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<br />
Podcast: <a title="Play in new window" onclick="wopen('http://www.qhistory.de/podcasts/Chile-Spezial-6-Vor-den-Interviews.mp3', 'popup', 340, 240); return false;" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Chile-Spezial-6-Vor-den-Interviews.mp3" target="popup">Play in new window</a> | <a title="Download" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Chile-Spezial-6-Vor-den-Interviews.mp3">Download</a></p>
<p><strong>Kameramann Markus Bomholt und die Studenten sprechen über ihre Erwartungen an die Zeitzeugeninterviews.</strong></p>
<p><strong>Lisa: </strong>"Was natürlich sehr spannend, aber gleichzeitig auch sehr schwierig sein wird, das sind die Zeitzeugeninterviews. Ich glaube, da freuen wir uns alle drauf - denn es ist einfach spannend, mit jemand zusammenzutreffen, der bei der Solidaritätsbewegung war oder sogar Exil-Chilene ist. Trotzdem ist es natürlich auch mit einer gewissen Nervosität verbunden, diese Menschen auf einmal interviewen zu müssen."</p>
<p><strong>Cornel: </strong>"Und wir müssen auch erst einmal das ganze Handwerkszeug dafür lernen, also zum Beispiel die Technik - wir werden das Ganze auch mit einer Kamera aufnehmen - , und ich denke, schon der Umgang mit der Technik wird nicht ganz ohne sein. Das dann auch noch mit dem Inhalt zu verbinden, wird wahrscheinlich eine ziemliche Herausforderung."</p>
<p><strong>Markus Bomholt: </strong>"Wenn der Ton nicht taugt, dann kann man das ganze Interview vergessen. Wenn das Bild unscharf ist, oder verrauscht, man hat nicht die richtige Farbe oder es läuft jemand durch das Bild - dann kann man auch das nicht benutzen. Also da gibt es keine Banalitäten, das ist im Gegensatz zum Hörfunk wirklich gnadenlos. Die Leute haben das falsche Hemd an, und keiner hört mehr auf das, was erzählt wird. Da gibt es nichts Banales. Da kann die Kaffeetasse, die im Weg steht, genauso stören wie der vorbeifahrende Zug."</p>
<p><strong>Cornel: </strong>"Morgen werden wir im gemütlichen Beisammensein zwei der Zeitzeugen treffen, und darunter auch den Zeitzeugen, den Nadia und ich zusammen interviewen werden. Das ist dazu gedacht, die Leute schon mal kennen zu lernen und erste Kontakte zu knüpfen. Vielleicht kann man sich dadurch auch besser auf die Interviews vorbereiten, die dann in der nächsten Woche folgen werden. Und ich denke, dass das spannend wird."</p>
<p><strong>Nadia: </strong>"Ich denke, wenn man erstmal die ersten beiden Fragen bzw. den Anfang überwunden hat, dann macht es wirklich Spaß, man ist gelöst, und dann läuft das eigentlich wie von selbst. Wenn man dann noch gut mit dem Interviewpartner kommunizieren kann, ist das wirklich angenehm und auch spannend."</p>
<p><strong>Markus Bomholt: </strong>"Da muss man als Interviewer oft ein bisschen souverän auftreten, damit man hinterher das bekommt, was man auch verwerten kann. Also die größte Schwierigkeit ist meiner Meinung nach gar nicht die Kamera selbst - da bin ich ja immer dabei, um beratend mitzuwirken und darauf zu achten, dass das gut wird. Die viel größere Schwierigkeit für die Studierenden ist letztlich, kurze, schnittfähige Antworten zu bekommen und präzise auf den Punkt zu kommen. Sonst hat man am Ende viel Gerede, aber keine Antwort."</p>
<p><strong>Nadia: </strong>"Also ich fühle mich schon sicher. Wir haben ja im Seminar wirklich viel gelernt, haben also die fachwissenschaftliche Grundlage, und wir wissen ja auch, dass die Zeitzeugen kooperativ sind. Die haben eingewilligt, bei dem Interview mitzumachen, und von daher denke ich, dass das gut klappen wird."</p>
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		<title>Chile-Spezial #4: Interviewtraining</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 21:27:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henrik Kipshagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Podcast: Play in new window &#124; Download Das Durchführen von Zeitzeugeninterviews gehört zu den zentralen Aufgaben der Seminarteilnehmer. Aber wie macht man das eigentlich? Um wichtige Interviewtechniken zu lernen, bekommt das Seminar professionelle Unterstützung. Sabine Schiller-Lerg: "Mein Name ist Sabine Schiller-Lerg, ich bin Kommunikationsberaterin, habe Literatur- und Medienwissenschaft studiert und auch lange bei Rundfunk und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_5815" class="wp-caption alignright" style="width: 160px"><a href="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/08/ausstellung-solidaritaet-chile.jpg"><img class="size-full wp-image-5815" title="Ausstellung: Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/08/ausstellung-solidaritaet-chile.jpg" alt="Ausstellung: Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)" width="150" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Von wegen taxifahrende Geisteswissenschaftler! Q-HISTORY begleitet Wissenschaftler und Studenten bei ihrer Arbeit für die Ausstellung &quot;Chile-Solidarität in Münster&quot; im Stadtmuseum Münster.</p></div>
<p><br />
Podcast: <a title="Play in new window" onclick="wopen('http://www.qhistory.de/podcasts/Chile-Spezial-5-Interviewtraining.mp3', 'popup', 340, 240); return false;" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Chile-Spezial-5-Interviewtraining.mp3" target="popup">Play in new window</a> | <a title="Download" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Chile-Spezial-5-Interviewtraining.mp3">Download</a></p>
<p>Das Durchführen von Zeitzeugeninterviews gehört zu den zentralen Aufgaben der Seminarteilnehmer. Aber wie macht man das eigentlich? Um wichtige Interviewtechniken zu lernen, bekommt das Seminar professionelle Unterstützung.</p>
<p><strong>Sabine Schiller-Lerg: </strong>"Mein Name ist Sabine Schiller-Lerg, ich bin Kommunikationsberaterin, habe Literatur- und Medienwissenschaft studiert und auch lange bei Rundfunk und Fernsehen gearbeitet, und bin seit etwa 15 Jahren in der Aus- und Fortbildung von Journalisten."</p>
<p>Die Studenten Nadia und Cornel berichten von ihren ersten Probeinterviews.</p>
<p><strong>Nadia: </strong>"Das ist schon ein anderes Gefühl, als wenn man sich einfach mit einem Freund unterhält."</p>
<p><strong>Cornel: </strong>"An dem Lernen im Seminar fand ich gut, dass wir das nach dem Prinzip learning by doing gemacht haben. Es war wie eine Selbsterfahrung, und wir haben durch das eigene Durchführen dessen, was dann später kommt, am meisten Lernfortschritt gemacht. Wir haben eigentlich nie viel Theorie eingebaut, aber das hat das Ganze letztlich auch effektiv gemacht."</p>
<p>Frau Schiller-Lerg muss für die Interviews verschiedene Rollen übernehmen. Sie erklärt die Vorteile dieser Methode.</p>
<p><strong>Sabine Schiller-Lerg: </strong>"Der große Vorteil ist, dass sie sich nicht gegenseitig Interviewpartner geben müssen. Dadurch, dass ich der Interviewpartner bin, kann ich sie durch mein Rollenspiel immer in eine ernsthafte Interviewsituation hineinziehen. Das ist natürlich etwas professioneller als wenn man sich gegenseitig Rollen gibt. Und aus dieser Perspektive ist dann jeder in seinem Interview so konzentriert, so ernsthaft dabei, dass er für sich auch wirklich viel mitnehmen kann."</p>
<p>Ihrer Meinung nach sind die Studenten nun gut vorbereitet für ihre große Aufgabe.</p>
<p><strong>Sabine Schiller-Lerg:</strong> "Sie haben sich gut vorbereitet und sie hatten sehr schöne Ideen, mit denen sie in die Interviews gegangen sind. Und das hat ihnen viel Sicherheit gegeben, jetzt mit ganz unterschiedlichen Zeitzeugen umgehen zu können. Ich denke, sie haben durch diese praktischen Übungen ein gewisses Selbstvertrauen gewonnen."</p>
<p>Was die Studenten allerdings noch nicht kennen, ist das Gefühl, selbst vor der Kamera zu stehen. Diese Gelegenheit bekommen sie im Stadtmuseum.</p>
<p><strong>Nadia: </strong>"Unsere Aufgabe war, eine Frage vor der Kamera zu beantworten, und zwar die Frage, warum wir Geschichte studieren. Aber eigentlich war diese Frage zweitrangig, denn es ging hauptsächlich darum, einmal das Gefühl zu erfahren, wie es ist, wenn man vor einer Kamera steht und sprechen muss."</p>
<p>Für Nadia und Cornel ist das eine ganz neue Erfahrung.</p>
<p><strong>Nadia: </strong>"Obwohl es nur eine Frage war, war es dann doch ein bisschen aufregend, das vor der Kamera zu beantworten."</p>
<p><strong>Cornel: </strong>"Die Situation, interviewt zu werden, war anders, als ich es vorher erwartet habe. Denn man legt sich vorher was zurecht, zumindest in groben Zügen, doch dann macht einen die Situation schon ein bisschen nervös. Vor der Kamera zu stehen, jedoch nicht in die Kamera zu schauen, und dann noch an ein paar andere Sachen zu denken... das verändert dann alles. Deshalb sind es dann doch immer zwei Seiten einer Medaille, denn grundsätzlich empfand ich die Situation eigentlich als recht angenehm. Was mir nur bei mir selbst aufgefallen ist: Ich wollte eigentlich etwas ganz Anderes sagen, als was ich dann gesagt habe. Und dann habe ich mich auch noch verhaspelt und war mit meiner Antwort letztendlich nicht so zufrieden. Aber ich glaube, das Wissen darüber, dass das auch den Zeitzeugen passieren kann, ist ganz hilfreich."</p>
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		<item>
		<title>In eigener Sache: Wechsel in der Redaktion</title>
		<link>http://www.qhistory.de/2011/10/in-eigener-sache-wechsel-in-der-redaktion/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 12:04:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Spreckels</dc:creator>
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		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
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		<description><![CDATA[Christine Krüger, Cornelia Pfeifer und Philipp Spreckels verlassen die Q HISTORY-Redaktion. Eigentlich wollten wir die traurige Nachricht schon vor ein paar Wochen verkünden: Drei Redakteure, die seit dem Neustart vor anderthalb Jahren bei fast jeder Sendung dabei waren und Q HISTORY ein Stück weit zu dem gemacht haben, was es heute ist, verlassen das Magazin. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="aligncenter size-full wp-image-5936" title="Redaktionswechsel" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/10/Redaktionswechsel.jpg" alt="" width="550" height="328" />Christine Krüger, Cornelia Pfeifer und Philipp Spreckels verlassen die Q HISTORY-Redaktion.</h4>
<p>Eigentlich wollten wir die traurige Nachricht schon vor ein paar Wochen verkünden: Drei Redakteure, die seit dem Neustart vor anderthalb Jahren bei fast jeder Sendung dabei waren und Q HISTORY ein Stück weit zu dem gemacht haben, was es heute ist, verlassen das Magazin.<span id="more-5891"></span></p>
<div id="attachment_5893" class="wp-caption alignleft" style="width: 110px"><img class="size-full wp-image-5893 " title="Christine Krüger" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/10/christine_krueger.jpg" alt="Christine Krüger - Q History" width="100" height="100" /><p class="wp-caption-text">Christine Krüger</p></div>
<div id="attachment_5896" class="wp-caption alignleft" style="width: 110px"><img class="size-full wp-image-5896" title="Cornelia Pfeifer" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/10/cornelia_pfeifer.jpg" alt="Cornelia PfeiferCornelia " width="100" height="100" /><p class="wp-caption-text">Cornelia Pfeifer</p></div>
<p>Christine Krüger und Cornelia Pfeifer haben als <strong>Redakteurinnen </strong>gemeinsam<strong> </strong>Interviews geführt, Beiträge geschrieben und produziert. Sie wollten Geschichte für jeden verständlich und vor allem spannend darstellen. Auch wenn sie sich am liebsten mit Themen aus der Frühen Neuzeit beschäftigten, unternahmen sie auch kleine Ausflüge in die anderen Epochen und berichteten aus eher ungewöhnlichen Bereichen wie der Welt der Vampire und dem Comic "Maus". Besonders aber lag Christine und Cornelia die kreative Arbeit am Herzen. Ob sie beim "Talk im Spätmittelalter" einige Zeitgenossen aus dem 100jährigen Krieg zu Wort kommen ließen oder im "Casino der Geschichte" Casanova interviewten - langweilig wurde es nie.</p>
<div id="attachment_5897" class="wp-caption alignleft" style="width: 110px"><img class="size-full wp-image-5897" title="Philipp Spreckels" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/10/philipp_spreckels.jpg" alt="Philipp Spreckels" width="100" height="100" /><p class="wp-caption-text">Philipp Spreckels</p></div>
<p>Als <strong>Onlinechef </strong>war Philipp Spreckels für den Blog (Struktur, Layout, Bildredaktion) verantwortlich und hat sich auf Facebook und Twitter in die Kommunikation mit Hörern, Lesern und befreundeten Institutionen gestürzt. Als <strong>Redakteur </strong>setzte er sich für ungewöhnliche Themen wie <a href="http://www.qhistory.de/2010/10/92010-james-bond-und-der-kalte-krieg/">James Bond</a> und der Kalte Krieg, ein Interview mit einem <a href="http://www.qhistory.de/2010/11/sendung-122010-interview-mit-einem-toten-leopold-von-ranke/">toten Historiker</a> und <a href="http://www.qhistory.de/tag/campusradiopreis-2010/">Afghanistan</a> ein. Zusammen mit Henrik Kipshagen gewann er den Campusradiopreis 2010.<br />
(<a href="http://philippspreckels.wordpress.com/">persönlicher Blog von Philipp Spreckels</a>)<br />
<span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>@Christine, Cornelia und Philipp: Alles Gute für die Zeit nach dem Studium. Wir werden euch im Studio vermissen! </strong></p>
<p>PS: Alle Leser und Hörer müssen aber nun nicht darum bangen, jeden zweiten Dienstag nur noch Rauschen im Webstream zu hören. Für das neue Semester hat unser Magazin ordentlich Verstärkung aus dem 'Mutterschiff' <em>Radio Q</em> bekommen.</p>
<p><span style="color: #999999;"><strong>Pictures:</strong> by <a href="http://www.flickr.com/photos/library_of_congress/4843740548/" target="_blank"><span style="color: #999999;">Library of Congress</span></a>, <a href="http://www.juliaschick.de" target="_blank"><span style="color: #999999;">Julia Schick</span></a></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Q History-Spezial: Captain America &#8211; Der Übermensch aus Übersee</title>
		<link>http://www.qhistory.de/2011/08/captain-america-comicgeschichte/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 09:30:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Spreckels</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Captain America verprügelt auch in der neusten Verfilmung stereotype Nazi-Soldaten, dabei stand der patriotische Comic-Helden schon mal kurz davor gegen George W. Bush anzutreten. Er ist groß, blond, blauäugig und schreitet wie ein Kriegsgott über die Schlachtfelder des Zweiten Weltkrieges. Die Rede ist von Captain America, der amerikanischen Antwort auf den Übermenschen-Rassenwahn der Nazis. Anfang [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="aligncenter size-full wp-image-436" title="Captain America - Comicgeschichte" src="http://philippspreckels.files.wordpress.com/2011/08/captain-america-comicgeschichte.jpg" alt="Captain America - Comicgeschichte" width="584" height="474" />Captain America verprügelt auch in der neusten Verfilmung stereotype Nazi-Soldaten, dabei stand der patriotische Comic-Helden schon mal kurz davor gegen George W. Bush anzutreten.</h4>
<p>Er ist groß, blond, blauäugig und schreitet wie ein Kriegsgott über die Schlachtfelder des Zweiten Weltkrieges. Die Rede ist von Captain America, der amerikanischen Antwort auf den Übermenschen-Rassenwahn der Nazis. Anfang August kommt der Superheld in die US-Kinos (<em>Captain America: The First Avenger</em>), ein Blick in die Geschichte des Comics lohnt sich schon jetzt.<span id="more-5879"></span></p>
<p>Mehr auf dem persönlichen <a href="http://philippspreckels.wordpress.com/2011/08/24/captain-america-der-ubermensch-aus-ubersee/" target="_blank">Weblog von Q History-Redakteur Philipp Spreckels</a>.</p>
<p><span style="color: #999999;"><strong>Pictures:</strong> by-nc <a href="http://www.flickr.com/photos/28307012@N02/2658467323/" target="_blank"><span style="color: #999999;">Carlos Ayala</span></a>, <a href="http://www.flickr.com/photos/60079558@N00/449758744/" target="_blank"><span style="color: #999999;">Philipp Lenssen</span></a></span></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Chile-Spezial #3: Studenten arbeiten an Museumsausstellung mit</title>
		<link>http://www.qhistory.de/2011/08/chile-solidaritat-in-munster/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 06:34:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henrik Kipshagen</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Matthias Friedmann]]></category>
		<category><![CDATA[Münster]]></category>
		<category><![CDATA[Museumsarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Silke Hensel]]></category>

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		<description><![CDATA[Mehr als Taxifahren: hier an der Uni Münster lernen Geschichtsstudenten in einem Praxisseminar nicht nur Theoretisches, sondern sie legen direkt selbst Hand an. Podcast: Play in new window &#124; Download MODERATOR: “Geschichte im Museum: Chile-Solidarität – Münsters Einsatz für die Opfer der Diktatur, 1973-1989 heißt das Seminar. Bei mir im Studio sind jetzt die Radio [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="aligncenter size-full wp-image-5865" title="Studenten arbeiten an Museumsausstellung mit" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/08/Studenten-arbeiten-an-Museumsausstellung-mit.jpg" alt="Studenten arbeiten an Museumsausstellung mit" width="550" height="366" />Mehr als Taxifahren: hier an der Uni Münster lernen Geschichtsstudenten in einem Praxisseminar nicht nur Theoretisches, sondern sie legen direkt selbst Hand an.</h4>
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Podcast: <a title="Play in new window" onclick="wopen('http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-10-2011--Chile-Spezial-3--Studenten-arbeiten-an-Museumsausstellung-mit.mp3', 'popup', 340, 240); return false;" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-10-2011--Chile-Spezial-3--Studenten-arbeiten-an-Museumsausstellung-mit.mp3" target="popup">Play in new window</a> | <a title="Download" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-10-2011--Chile-Spezial-3--Studenten-arbeiten-an-Museumsausstellung-mit.mp3">Download</a></p>
<p><strong>MODERATOR:</strong> “Geschichte im Museum: Chile-Solidarität – Münsters Einsatz für die Opfer der Diktatur, 1973-1989 heißt das Seminar. Bei mir im Studio sind jetzt die Radio Q-Reporter Matthias Friedmann und Henrik Kipshagen, die beiden haben sich dieses Seminar mal näher angesehen. Matthias, worum geht es denn in dem Seminar?<span id="more-5541"></span></p>
<p><strong>Matthias Friedmann:</strong> In dem Seminar haben die Studierenden die Möglichkeit eine Ausstellung mit zu gestalten - das heißt sie verfassen Objekttexte, führen Interviews mit Zeitzeugen oder sollen eben eigene Ideen zur Gestaltung mit bringen. Das spannende daran: Die Ausstellung wird tatsächlich im Stadtmuseum zu sehen sein - es ist also nicht einfach nur ein “Planspiel”.  Der Leiterin des Seminars, Prof. Silke Hensel, geht es dabei nicht nur darum den Studenten die Museumsarbeit näher zu bringen, sondern ihr ist wichtig, dass die Studenten auch etwas über ihr Fach, die Geschichtswissenschaft, lernen.</p>
<blockquote><p><strong>Silke Hensel:</strong> "Es bietet eine Möglichkeit, mitzubekommen, dass das, was wir in der Geschichte als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tun, eben doch gar nicht so praxisfern ist, wie es häufig den Anschein haben mag."</p></blockquote>
<p><strong>Matthias:</strong> Dieses Thema bietet sich dafür besonders an. In der Forschung ist es noch relativ unbearbeitet und eine Ausstellung dazu gab es auch noch nicht.</p>
<div id="attachment_5815" class="wp-caption alignright" style="width: 180px"><a href="http://www.qhistory.de/tag/chile-spezial/"><img class="size-full wp-image-5815  " title="Ausstellung: Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/08/ausstellung-solidaritaet-chile.jpg" alt="Ausstellung: Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)" width="170" /></a><p class="wp-caption-text">Von wegen taxifahrende Geisteswissenschaftler! Q-HISTORY begleitet Wissenschaftler und Studenten bei ihrer Arbeit für die Ausstellung &quot;Chile-Solidarität in Münster&quot; im Stadtmuseum Münster.</p></div>
<p><strong><strong>MODERATOR</strong>:</strong> Die “Chile-Solidarität” ist das Thema dieser Ausstellung. Chile 1973 - Was war da los?</p>
<p><strong>Matthias:</strong> Der Hintergrund der Ausstellung ist zunächst <a href="http://www.qhistory.de/2011/08/chile-spezial-1-der-militaerputsch-in-chile/" target="_blank">der Putsch in Chile von 1973</a>. Das Militär übernahm auf brutale Art die Macht im Land. Bis 1990 regierte dann die Militärjunta unter Augusto Pinochet. Diese Ereignisse - also der Umsturz, die Verfolgungen usw. - wurden von vielen Menschen auf der ganzen Welt wahrgenommen - und viele wollten etwas tun, um die Menschen in Chile oder Flüchtlinge zu unterstützen. Und genau diese Aktionen sind Thema dieser Ausstellung. Also weniger der Putsch selbst, sondern wie in anderen Ländern bzw. genau hier in Münster darauf reagiert wurde.</p>
<p><strong><strong>MODERATOR</strong>:</strong> Henrik, jetzt frag ich dich mal, was ist denn nun die Aufgabe der Studenten dabei?</p>
<p><strong>Henrik Kipshagen:</strong> Die Studenten sollen schon die Ausstellung in wesentlichen Punkten mitgestalten. Das Wichtigste bzw. der Teil mit der meisten Verantwortung, das sind Zeitzeugeninterviews, die dann in die Ausstellung integriert werden sollen. Aber auch zum Beispiel kleinere Dinge wie die Objekttexte, wie man das ja kennt aus dem Museum, werden von Studenten verfasst. Das Schreiben solcher kurzen Texte haben sie schon mal geübt, und dabei gemerkt, dass es nicht ganz so leicht ist, wie es vielleicht nach außen hin scheint.</p>
<blockquote><p><strong>Student Cornel:</strong> "Vor einer Woche haben wir Texte zu unseren Lieblingsobjekten - Objektbeschriftungen, 90 Wörter - neu formulieren sollen. Und da wird einem natürlich die Schwierigkeit bewusst, dass das Museum auch möglichst knapp bleiben muss und gleichzeitig exakt."</p>
<p><strong>Studentin Nadja:</strong> "Ich glaube, generell geht es eben darum, uns aufzuzeigen, wie anders die Museumsarbeit ist. Das ist natürlich auch eine wissenschaftliche Arbeit, aber sie richtet sich einfach an ein anderes Publikum. Wenn wir einen Ausstellungstext schreiben, muss der möglichst kurz sein, in einfachen Worten und leicht verständlich."</p></blockquote>
<p><strong>Henrik:</strong> An diesem Beispiel kann man auch sehen, dass die Studenten nicht einfach nur sozusagen über den Rand ihres Faches hinaus schauen, sondern auch direkt die Schwierigkeiten kennenlernen, die es in anderen  Bereichen gibt.</p>
<p><strong><strong>MODERATOR</strong>:</strong> Ist das denn für das Stadtmuseum nicht irgendwie “riskant”, einfach so unerfahrene Studenten mit dieser Arbeit zu betrauen?</p>
<p><strong>Henrik:</strong> Das haben wir auch die Leiterin des Stadtmuseums, Frau Dr. Barbara Rommé, gefragt. Auch für die ist diese Projekt etwas Neues, aber sie zeigt sich da sehr optimistisch.</p>
<blockquote><p><strong>Barbara Rommé:</strong> "Die meisten Themen haben sie nicht erlebt. Das bringt eine gute Distanz zum Thema, die Studierenden können da ziemlich unverbraucht herangehen. Und was auch, finde ich ganz schön ist: da sie viele Dinge zum ersten Mal machen, hat das natürlich auch eine Frische, die dann erlaubt, das Eine oder Andere vielleicht anders zu verwirklichen. Ich kooperiere da gerne mit den Studierenden."</p></blockquote>
<p><strong>Henrik:</strong> Also man merkt, es sind eigentlich alle Beteiligten ganz motiviert.</p>
<p><strong><strong>MODERATOR</strong>:</strong> Gut, also es bleibt spannend. Mehr über die Entstehung der Ausstellung erfahrt ihr demnächst auf www.radioq.de (oder www.qhistory.de) - Die Ausstellung wird Anfang November im Stadtmuseum eröffnet - das ist noch etwas hin, aber wir werden euch rechtzeitig daran erinnern. Vielen Dank erstmal an die Radio Q-Reporter Matthias Friedmann und Henrik Kipshagen.</p>
<p><span style="color: #999999;"><br />
<strong>Autor/Redaktion:</strong> Matthias Friedmann, Henrik Kipshagen</span><span style="color: #999999;"><br />
<strong>Moderator:</strong> Markus Dichmann</span><span style="color: #999999; font-size: 85%; align: right;"><br />
<strong>Literatur:</strong> Thomas Schürmann: Der Nachzehrerglauben in Mitteleuropa. Marburg 1990<br />
<strong>Foto:</strong> flickr, by-nc-nd <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/21248348@N06/3999204186/" target="blank">Subcity Radio</a></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Chile-Spezial #2: Die Chile-Solidaritätsbewegung in Münster</title>
		<link>http://www.qhistory.de/2011/08/chile-spezial-2-die-chile-solidaritatsbewegung-in-munster/</link>
		<comments>http://www.qhistory.de/2011/08/chile-spezial-2-die-chile-solidaritatsbewegung-in-munster/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 07:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henrik Kipshagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Rupflin]]></category>
		<category><![CDATA[Chile Spezial]]></category>
		<category><![CDATA[Chile-Solidaritätsbewegung]]></category>
		<category><![CDATA[Henrik Kipshagen]]></category>
		<category><![CDATA[Matthias Friedmann]]></category>
		<category><![CDATA[Militärputsch in Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Münster]]></category>

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		<description><![CDATA[Es sollte die letzte Rede Salvador Allendes sein, die am Morgen des 11. September 1973 im Radio gesendet wurde. Podcast: Play in new window &#124; Download Wenige Stunden später nahm sich der chilenische Präsident selbst das Leben, nachdem das Militär in die Hauptstadt eingedrungen war. General Augusto Pinochet besaß von nun an die Macht im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="aligncenter size-full wp-image-5846" title="Chile-Solidaritätsbewegung in Münster" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/08/Chile-Solidaritätsbewegung-in-Münster.jpg" alt="Chile-Solidaritätsbewegung in Münster" width="550" height="368" />Es sollte die letzte Rede Salvador Allendes sein, die am Morgen des 11.  September 1973 im Radio gesendet wurde.</h4>
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Podcast: <a title="Play in new window" onclick="wopen('http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-10-2011--Chile-Spezial-2--Chile-Solidaritaetsbewegung-in-Muenster.mp3', 'popup', 340, 240); return false;" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-10-2011--Chile-Spezial-2--Chile-Solidaritaetsbewegung-in-Muenster.mp3" target="popup">Play in new window</a> | <a title="Download" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-10-2011--Chile-Spezial-2--Chile-Solidaritaetsbewegung-in-Muenster.mp3">Download</a></p>
<p>Wenige Stunden später nahm sich  der chilenische Präsident selbst das Leben, nachdem das Militär in die  Hauptstadt eingedrungen war. General Augusto Pinochet besaß von nun an  die Macht im Land. Der Militärputsch in Chile löste auf der ganzen Welt spontane Reaktionen aus. In vielen Städten der Bundesrepublik fanden schon am nächsten Tag Kundgebungen statt, in denen die Demonstranten die brutale Machtübernahme der Militärs verurteilten und sich mit den Opfern der Gewalt solidarisch zeigten.<span id="more-5740"></span></p>
<div id="attachment_5815" class="wp-caption alignright" style="width: 180px"><a href="http://www.qhistory.de/tag/chile-spezial/"><img class="size-full wp-image-5815  " title="Ausstellung: Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/08/ausstellung-solidaritaet-chile.jpg" alt="Ausstellung: Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)" width="170" /></a><p class="wp-caption-text">Von wegen taxifahrende Geisteswissenschaftler! Q-HISTORY begleitet Wissenschaftler und Studenten bei ihrer Arbeit für die Ausstellung &quot;Chile-Solidarität in Münster&quot; im Stadtmuseum Münster.</p></div>
<p>Warum das Interesse an den Vorgängen in Lateinamerika so groß war, erklärt Barbara Rupflin, Historikerin an der Uni Münster. "Internationale Politik, internationale Geschehnisse waren schon spätestens seit der Studentenbewegung im Gespräch. Die <a href="http://www.qhistory.de/2011/05/john-lennon-als-ikone-der-friedensbewegung/" target="_blank">Anti-Vietnamkriegs-Demonstrationen</a> beispielsweise waren ja auch sehr groß, und ein weiterer Vorläufer war schon Mitte der sechziger Jahre die Algerien-Solidarität gewesen. Das heißt, es gab seit Mitte oder Ende der sechziger Jahre eine Sensibilisierung für internationale Themen."</p>
<p><strong>Zunächst versuchte man, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren</strong></p>
<p>In Münster wurde bereits am Tag nach dem Putsch der „Initiativkreis Solidarität mit Chile“ gegründet. Die Bereitschaft, den Betroffenen zu helfen, war groß – und es gab viel zu tun. Barbara Rupflin: "Erst einmal sah man es als eine wichtige Aufgabe an, die Öffentlichkeit über das, was in Chile passiert, zu informieren. Aus der Perspektive derjenigen, die damals aktiv waren, hat die etablierte Presse das nicht in ausreichendem Maße getan, hat tendenziös berichtet, hat die Menschenrechtsverletzungen verharmlost. Und deswegen sah es die Bewegung als unglaublich wichtig an, selber zu informieren, was da eigentlich in Chile los ist. Um als ersten Schritt überhaupt für das Thema zu sensibilisieren, um dann vielleicht auch neue Anhänger für die Solidaritätsbewegung zu gewinnen."</p>
<p>In den folgenden Jahren wurde das Sammeln von Spendengeldern zu einer zentralen Aktionsform der Chile-Solidarität. Mit den Spenden wurde einerseits die Menschenrechtsarbeit in Chile unterstützt, andererseits kam das Geld aber auch Exil-Chilenen zugute, die in Europa lebten und nicht in ihre Heimat zurück konnten. Besonders in Münster wurden beachtliche Beträge gespendet.</p>
<p><strong>Es gab regelmäßig Vorträge, Lesungen und Konzerte</strong></p>
<p>Auch auf der kulturellen Ebene fand die Chile-Solidarität fand. Es gab regelmäßig Vorträge, Lesungen und Konzerte. Besonders beliebt waren Auftritte von chilenischen Bands wie Inti-Illimani, die in Europa im Exil lebten. Ihre Konzerte, zum Beispiel im H1 der Uni Münster, waren meist völlig überfüllt. Denn bei solchen Veranstaltungen ging es nicht nur um die Musik. "Diese Konzerte waren natürlich immer Möglichkeiten, sich zu informieren, Informationen auszutauschen, aber auch zu sehen, wie groß diese Bewegung eigentlich ist, wie viele Menschen sich beteiligen. Also ein Moment, an dem man das nochmal wirklich erleben konnte."</p>
<p>Das Besondere an der Chile-Solidaritätsbewegung in <a href="http://www.qhistory.de/tag/munster/" target="_blank">Münster</a> war, dass sie eine Vielzahl von unterschiedlichen Gruppen und Personen zusammenbrachte. Barbara Rupflin: "In Münster war das relativ breit gefächert, und in Münster ist es auch gelungen, dass die Bewegung nicht zersplittert ist. Es gab oft Diskussionen und Auseinandersetzungen darüber, was denn jetzt die richtige Form der Solidaritätsarbeit ist, oder welche politische Linie man da einschlagen sollte. Aber in Münster ist es wirklich geglückt, ein relativ breites Spektrum da zu vereinen."</p>
<p>Die Motive, sich an der Solidaritätsarbeit zu beteiligen, waren vielfältig. Zwar ging es in erster Linie darum, den Opfern der Militärdiktatur zu helfen, doch hatte das Ganze auch einen politischen Hintergrund. "Eine wichtige Motivation sehe ich darin, dass man sich politisch mit den Prozessen in Chile vor dem Putsch identifizieren konnte. Also dass man eine positive Hoffnung darauf hatte, dass es einen dritten Weg gibt zwischen dem <a href="http://www.qhistory.de/tag/kalter-krieg/" target="_blank">Kapitalismus und dem Kommunismus</a> à la Sowjetunion. Diese Hoffnung hat sich mit dem Putsch zerschlagen, und man fühlte sich aber solidarisch mit den Opfern der neu etablierten Militärdiktatur."</p>
<p><span style="color: #999999;"><br />
<strong>Autor/Redaktion:</strong> Henrik Kipshagen, Matthias Friedmann</span><br />
<span style="color: #999999; font-size: 85%; align: right;"><br />
<strong>Foto:</strong> flickr, by-nc-sa <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/7476133@N05/1373168594/" target="blank">Ricardo Inostroza V.</a>; copyright by Stadtmuseum Münster, Tomasz Samek</span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Chile-Spezial #1: Der Militärputsch in Chile</title>
		<link>http://www.qhistory.de/2011/08/chile-spezial-1-der-militaerputsch-in-chile/</link>
		<comments>http://www.qhistory.de/2011/08/chile-spezial-1-der-militaerputsch-in-chile/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 10:27:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henrik Kipshagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Rupflin]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Chile Spezial]]></category>
		<category><![CDATA[Henrik Kipshagen]]></category>
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		<category><![CDATA[Militärputsch]]></category>
		<category><![CDATA[Münster]]></category>
		<category><![CDATA[Salvador Allende]]></category>
		<category><![CDATA[Silke Hensel]]></category>

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		<description><![CDATA[Santiago de Chile, 11. September 1973. Militärflugzeuge bombardieren die chilenische Hauptstadt und den Präsidentenpalast. Podcast: Play in new window &#124; Download Drei Jahre zuvor, im Herbst 1970, kam zum ersten Mal in Lateinamerika ein Sozialist bei freien Wahlen an die Macht. Der neue Präsident Salvador Allende sollte von nun an die Politik Chiles bestimmen. Silke [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-5810" title="Kurz vor dem Militärputsch in Chile" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/08/Kurz-vor-dem-Militärputsch-in-Chile.jpg" alt="Kurz vor dem Militärputsch in Chile" width="550" height="366" /></p>
<h4>Santiago de Chile, 11. September 1973. Militärflugzeuge bombardieren die chilenische Hauptstadt und den Präsidentenpalast.</h4>
<p><!-- br--><br />
<br />
Podcast: <a title="Play in new window" onclick="wopen('http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-10-2011--Chile-Spezial-1--Der-Militaerputsch-in-Chile.mp3', 'popup', 340, 240); return false;" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-10-2011--Chile-Spezial-1--Der-Militaerputsch-in-Chile.mp3" target="popup">Play in new window</a> | <a title="Download" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-10-2011--Chile-Spezial-1--Der-Militaerputsch-in-Chile.mp3">Download</a></p>
<p>Drei Jahre zuvor, im Herbst 1970, kam zum ersten Mal in Lateinamerika ein Sozialist bei freien Wahlen an die Macht. Der neue Präsident Salvador Allende sollte von nun an die Politik Chiles bestimmen. <a href="http://www.qhistory.de/tag/silke-hensel/" target="_blank">Silke Hensel</a>, Historikerin an der Uni Münster.<span id="more-5538"></span></p>
<div id="attachment_5815" class="wp-caption alignright" style="width: 180px"><a href="http://www.qhistory.de/tag/chile-spezial/"><img class="size-full wp-image-5815  " title="Ausstellung: Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/08/ausstellung-solidaritaet-chile.jpg" alt="Ausstellung: Chile Solidarität in Münster – Für die Opfer der Militärdiktatur (1973-1989)" width="170" /></a><p class="wp-caption-text">Von wegen taxifahrende Geisteswissenschaftler! Q-HISTORY begleitet Wissenschaftler und Studenten bei ihrer Arbeit für die Ausstellung &quot;Chile-Solidarität in Münster&quot; im Stadtmuseum Münster.</p></div>
<blockquote><p><strong>Silke Hensel:</strong> "Die Unidad Popular, der Salvador Allende vorstand, wollte einen dritten Weg zwischen Kommunismus und Kapitalismus in Lateinamerika gehen, aufgrund der extremen sozialen Ungleichheit und der großen Armut im Land, und wollte eben die Gesellschaft umgestalten. Sie ist dabei allerdings auf massive Opposition der konservativen und rechten Kreise in Chile gestoßen."</p></blockquote>
<p>Während der Präsidentschaft Allendes heizt sich die politische Situation in Chile immer mehr auf. Am 11. September 1973, fast genau drei Jahre nach der Wahl Allendes, kommt es schließlich zum Putsch des Militärs.</p>
<p>Die Armee rückt in Santiago de Chile ein, Kampfflugzeuge bombardieren den Präsidentenpalast, und Salvedor Allende stirbt unter mysteriösen Umständen. Von nun an beherrschen die Militärs das Land.</p>
<blockquote><p><strong>Silke Hensel:</strong> "Die erste Zeit nach dem Putsch war extrem gewaltsam gegenüber Oppositionellen - auch zum Teil vermeintlichen Oppositionellen -, und dann hat die Militärjunta angefangen, die chilenische Gesellschaft nach ihren Vorstellungen umzubauen. Also sie haben auf einer sehr breiten Ebene versucht, diese sozialistischen Tendenzen und Bestrebungen in der Gesellschaft rückgängig zu machen."</p></blockquote>
<p>In Deutschland verfolgen viele das Ereignis in den Fernsehnachrichten. Das Entsetzen ist groß.</p>
<blockquote><p><strong>Silke Hensel:</strong> "In Münster hat dann schon am 12. September, also am Tag darauf, eine Demonstration gegen diesen Putsch vor Lamberti stattgefunden. Also hier gab es im Prinzip eine direkte Reaktion darauf."</p></blockquote>
<p>Die Solidaritätsbewegung mit den Opfern der Militärdiktatur in Chile war vor allem in Münster sehr stark. Ihre Beweggründe waren vielfältig, erklärt Barbara Rupflin, Historikerin an der Uni Münster.</p>
<blockquote><p><strong>Barbara Rupflin:</strong> "In Chile war es erstmal so, dass der demokratische Weg zum Sozialismus, der von der Unidad Popular-Regierung unter Allende eingeschlagen wurde, zwar Interesse geweckt hat, aber noch nicht so breit rezipiert worden ist. Eigentlich war der Putsch selbst auch ein katalysierendes Moment, was dann dazu geführt hat, dass so viele sich damit sozialisiert haben, weil das Militär so unglaublich brutal gegen die politischen Gegner vorgegangen ist, aber auch, weil man gesehen hat, dass da so eine positive Utopie verloren gegangen ist."</p></blockquote>
<p>Bis zum Ende der Diktatur im Jahr 1989 blieb das Engagement für Chile kontinuierlich bestehen, besonders von Seiten der Studenten.</p>
<p><span style="color: #999999;"><br />
<strong>Autor/Redaktion:</strong> Henrik Kipshagen, Matthias Friedmann</span><br />
<span style="color: #999999; font-size: 85%; align: right;"><br />
<strong>Foto:</strong> flickr, by-nc-sa <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/j4jerry/384642430/" target="blank">Jerry Mannel Reghunadh</a>; copyright by Stadtmuseum Münster, Tomasz Samek</span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Es ist eine ernste Sache…&#8221; –  Die Kulturgeschichte des Spiels</title>
		<link>http://www.qhistory.de/2011/07/die-kulturgeschichte-des-spiels/</link>
		<comments>http://www.qhistory.de/2011/07/die-kulturgeschichte-des-spiels/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Jul 2011 12:54:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Spreckels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Antike]]></category>
		<category><![CDATA[Astrid Mohr]]></category>
		<category><![CDATA[Evelyn Hammes]]></category>
		<category><![CDATA[Games und Geschicte]]></category>
		<category><![CDATA[Homo Ludens]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Neuzeit]]></category>
		<category><![CDATA[Schach]]></category>
		<category><![CDATA[Spielen]]></category>
		<category><![CDATA[Zockwork Orange]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch wenn jedes Jahr immer wieder etliche neue Spiele auf den Markt kommen, bleibt die Grundidee doch oft ähnlich. Aber: “Warum spielt der Mensch eigentlich?“ Podcast: Play in new window &#124; Download "Spiel ist Ordnung. Spiel ist Wagnis. Spiel ist Freiheit. Der Mensch braucht das Spiel, um seine Existenz zu erleben. Spiel mit dem Spiel. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="aligncenter size-full wp-image-5705" title="Kulturgeschichte des Spielens" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/Kulturgeschichte-des-Spielens.jpg" alt="Kulturgeschichte des Spielens" width="550" height="367" />Auch wenn jedes Jahr immer wieder etliche neue Spiele auf den Markt kommen, bleibt die Grundidee doch oft ähnlich. Aber: “Warum spielt der Mensch eigentlich?“</h4>
<p><!-- br--><br />
<br />
Podcast: <a title="Play in new window" onclick="wopen('http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-9-2011--Games-und-Geschichte--Kulturgeschichte-des-Spiels.mp3', 'popup', 340, 240); return false;" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-9-2011--Games-und-Geschichte--Kulturgeschichte-des-Spiels.mp3" target="popup">Play in new window</a> | <a title="Download" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-9-2011--Games-und-Geschichte--Kulturgeschichte-des-Spiels.mp3">Download</a></p>
<p>"Spiel ist Ordnung. Spiel ist Wagnis. Spiel ist Freiheit. Der Mensch braucht das Spiel, um seine Existenz zu erleben. Spiel mit dem Spiel. Es ist eine ernste Sache um die wahre Freude."</p>
<p>Es sind ganz schön philosophische Töne, die der Theologe und Schriftsteller Gerd Heinz-Mohr anschlägt, für eine so alltägliche Erscheinung: das Spielen. Was hat es auf sich mit dem Spielen im Leben des Menschen? Eines ist zumindest klar. Das Spiel zieht sich durch alle Epochen und Völker, durch alle Kulturkreise und so manches Spiel überdauert sogar Jahrtausende.</p>
<p><strong>Auch in der Tierwelt wird gespielt<span id="more-5679"></span></strong></p>
<p>Evelyn Hammes von der Volkskundlichen Kommission Westfalen erklärt, wo der Ursprung des Spielens zu suchen ist: "Da kann man zumindest schon mal behaupten, dass es in der Natur des Menschen liegt. Es ist im Wesen des Menschen begründet zu spielen. Übrigens nicht nur im Wesen des Menschen. Auch in der Tierwelt wird gespielt. Und dementsprechend ist das Spielen sogar der Kultur vorgelagert." Der niederländische Historiker Johan Huizinga prägte für dieses Phänomen sogar einen eigenen Begriff: Der <em>Homo Ludens</em>, der spielende Mensch:</p>
<p>„Als klar wurde, dass der Name <em>homo sapiens</em> für unsere Art doch nicht so gut passte […], weil wir am Ende doch gar nicht so vernünftig sind, stellte man neben diese Bezeichnung […] den Namen <em>homo faber</em>, der schaffende Mensch.  Dennoch scheint mir <em>homo ludens</em>, der spielende Mensch, eine ebenso wesentliche Funktion […] anzugeben und neben <em>homo faber </em>einen Platz zu verdienen.“ Ein Überblick über die Geschichte des Spiel lässt etwas Interessantes erkennen. Die Formen des Spiels haben sich trotz aller Weiterentwicklungen gar nicht so grundlegend verändert.</p>
<p><strong>Kegeln war der Volkssport des Mittelalters</strong></p>
<p>Brettspiele gab es schließlich schon im alten China, bei den <a href="http://www.qhistory.de/tag/antike/" target="_blank">Ägyptern, Persern, Griechen, Römern</a> und Indern.  Hier liegen die Wurzeln unseres heutigen Mensch ärgere dich nicht, Backgammon oder Schach.  Auch das Würfelspiel war bereits in der Antike verbreitet. Und gerade der <a href="http://www.qhistory.de/tag/sport/" target="_blank">Sport</a> gehörte schon immer zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen des Menschen. Dass der Mensch diese vergnügliche Ablenkung dringend braucht, war auch dem griechischen Philosophen Aristoteles bewusst: "Spielen bedeutet ein Ausruhen, und des Ausruhens bedarf man, weil man nicht imstande ist sich unausgesetzt zu mühen."</p>
<p>Im Mittelalter erlebte schließlich das Kartenspiel seinen Durchbruch und zu einem regelrechten Volkssport wurde in dieser Epoche das Kegeln. Allerdings war zu jener Zeit nicht jeder vom positiven Effekt des Spielens überzeugt. Evelyn Hammes: "Im Mittelalter z..B. galt Spielen mitunter als ketzerisch und wurde verboten. Es war Gotteslästerung zu spielen!" In einer Benediktiner Liedersammlung wird das Misstrauen gegenüber dem Spiel besonders deutlich. „Begleiter des Spiels sind Lüge, Hader, Armut, Misstrauen, Diebstahl, Entbehrung und Bedürftigkeit.“</p>
<p><strong>Kriegsspiele sollten die Jungen zu tapferen Soldaten erziehen</strong></p>
<p>Durchsetzen konnte sich diese Verteufelung des Spieles aber nicht. Mit der Aufklärung fand vielmehr eine ganz neue Wertschätzung des Spielens statt. So schrieb Friedrich Schiller: „Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Auch der pädagogische Nutzen des Spiels wurde immer mehr hervorgehoben und das Bürgertum entdeckte das Gesellschaftsspiel als Unterhaltung für die ganze Familie. So ein Spieleabend konnte schließlich auch als Heiratsbörse nützlich sein, bei dem der Nachwuchs ganz ungezwungen in das Gesellschaftsleben eingeführt wurde.</p>
<p>Ab der Kaiserzeit wurde das Spiel dann auch politisch: Kriegsspiele entwickelten sich als neuer Trend und sollten die Jungen zu tapferen Soldaten erziehen. Aber ungeachtet solcher Tendenzen, blieb das Spiel für den Menschen doch immer mit den selben Motiven verbunden: Es brachte Erholung vom anstrengenden Alltag, erlaubte es Phantasien und Kreativität auszuleben und gehörte während der Kindheit ganz elementar zur Entwicklung aller möglichen Fähigkeiten.</p>
<p><strong>Spielen fördert kreative Impulse</strong></p>
<p>Die Bedeutung des Spielens dürfte laut Evelyn Hammes in Zukunft sogar noch zu nehmen: "Heutzutage könnte man eher fast noch sagen, dass auf Grund dieser Konzepte der Wissensgesellschaft und des lebenslangen Lernens zu spielen wieder erneute Popularität erlangt hat. Gerade weil Spielen nicht ziel-gebunden ist, fördert es kreative Impulse."</p>
<p>Arbeit und Spiel, Spaß und Ernst. Was immer als Gegensatz galt, gehört also eigentlich längst zusammen. Der Mensch ist ein spielendes Wesen und diese Eigenschaft hat er sich zu keiner Zeit hat nehmen lassen.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Auch erschienen auf<br />
<a href="http://zockworkorange.com/" target="_blank">Zockwork Orange.</a></strong><br />
<a href="http://zockworkorange.com/"><img class="size-full wp-image-5713    alignright" title="Zockwork Orange - Games &amp; Kultur" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/zockwork_banne_small.jpg" alt="Zockwork Orange - Games &amp; Kultur" width="144" height="105" /></a></p>
<p><span style="color: #999999;"><br />
<strong>Autor/Redaktion:</strong> Astrid Mohr</span><br />
<span style="color: #999999; font-size: 85%; align: right;"><br />
<strong>Foto:</strong> flickr, by-nc-sa <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/45483200@N08/5289287674/" target="blank">the_green_squirrel</a></span></p>
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		<title>Serious (History) Games &#8211; Die Schrecken der Vergangenheit als Lernspiel?</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 12:08:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Spreckels</dc:creator>
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		<category><![CDATA[1378 (km)]]></category>
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		<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Ego-Shooter]]></category>
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		<category><![CDATA[Jens M. Stober]]></category>
		<category><![CDATA[Kalter Krieg]]></category>
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		<description><![CDATA["Widerwärtig" nannte es die BILD-Zeitung, "geschmacklos" der Mauer-Forscher Hans-Hermann Hertle. Die Rede ist von "1378 (km)" - einem Ego-Shooter, der die unzähligen Dramen an der Innerdeutschen Grenze zwischen DDR und BRD aufgreift. Podcast: Play in new window &#124; Download Das Brisante dabei: Der Spieler kann nicht nur als 'Republikflüchtiger' versuchen, den Todesstreifen zu überwinden, sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="aligncenter size-full wp-image-5667" title="Serious (History) Games - Die Schrecken der Vergangenheit als Lernspiel?" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/Serious-History-Games-Die-Schrecken-der-Vergangenheit-als-Lernspiel-Kopie.jpg" alt="Serious (History) Games - Die Schrecken der Vergangenheit als Lernspiel?" width="549" height="366" />"Widerwärtig" nannte es die BILD-Zeitung, "geschmacklos" der Mauer-Forscher Hans-Hermann Hertle. Die Rede ist von "1378 (km)" - einem Ego-Shooter, der die unzähligen Dramen an der Innerdeutschen Grenze zwischen DDR und BRD aufgreift.</h4>
<p><!-- br--><br />
<br />
Podcast: <a title="Play in new window" onclick="wopen('http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-9-2011--Games-und-Geschichte--Serious-Games.mp3', 'popup', 340, 240); return false;" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-9-2011--Games-und-Geschichte--Serious-Games.mp3" target="popup">Play in new window</a> | <a title="Download" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-9-2011--Games-und-Geschichte--Serious-Games.mp3">Download</a></p>
<p><strong>Das Brisante dabei: Der Spieler kann nicht nur als 'Republikflüchtiger' versuchen, den Todesstreifen zu überwinden, sondern auch in der Rolle eines DDR-Grenzschützers Jagd auf die Flüchtlinge machen. Das Spiel wurde von dem Studenten Jens M. Stober entwickelt und sollte eigentlich zum Denken anstoßen, doch das Gegenteil war der Fall: Das Spiel sorgte bei Opferverbänden, Historikern und in der internationalen Presse für Empörung.</strong></p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Bei mir am Telefon ist jetzt Linda Breitlauch, Medienwissenschaftlerin  und Professorin für Gamedesign an der Mediadesign Hochschule in  Düsseldorf.<br />
Frau Breitlauch, die Diskussion um 1378 (km) ist sehr schnell hoch gekocht und ins Unsachliche abgeglitten. Woran lag das?<span id="more-5625"></span></p>
<p><strong>Linda Breitlauch:</strong> Ich denke das hat damit zu tun, dass sich die Meisten gar nicht damit beschäftigt haben. Der Wunsch der Macher war ja letzten Endes, zu zeigen, wie man sich wohl fühlen kann in so einer Situation - wenn Sie da stundenlang diesen Zaun entlang gehen. Das ist ja alles möglichst authentisch nachgebildet gewesen. Der Wunsch dahinter war ja eigentlich, Aufmerksamkeit zu erwecken. Zu sagen: "Stellt euch mal vor, was Menschen damals durchgemacht haben." Dass man dieses Szenario auf beiden Seiten erleben kann, also sowohl als Flüchtling als auch als Grenzschützer, sollte ja darauf hinweisen, dass im Prinzip beide damals mit der Situation irgendwie umgehen mussten.</p>
<p>Ich glaube das Entsetzen ist wohl nur deshalb so hoch geschlagen, weil man theoretisch eben auch einen Mauerschützen spielen kann.</p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Auf der Pressekonferenz Mitte Dezember kam es zu einer hitzigen Diskussion darum, ob das Spiel als Bildungsmethode oder sogar als <em>Kunstobjekt </em>gelten kann. Wie denken Sie darüber?</p>
<p><strong>Breitlauch:</strong> Grundsätzlich halte ich Computerspiele für Kunst-<em>fähig</em>. Im Sinne von: sie können Kunst sein, aber genau wie jedes andere Medium muss nicht jedes Spiel Kunst sein bzw. beansprucht es vielleicht auch gar nicht für sich.<br />
In diesem Fall würde ich jedoch sagen: es ist in jedem Fall kulturell wertvoll. Es ist etwas, was unser Volk, geschichtlich gesehen, sehr stark berührt, unsere Kultur sehr stark berührt. In keinem anderen Land hätte man so darauf reagieren können, weil es eben kein kulturelles Erbe in dieser Beziehung gibt. Es ist zumindest ein Beweis dafür, dass Spiele sehr wohl kulturell wertvoll sein können.</p>
<p>Wenn wir im Film diese Thematik der <a href="http://www.qhistory.de/tag/ddr/" target="_blank">Deutschen Teilung</a> aufgreifen, gilt es auch als Kulturgut. Warum sollte es bei Spielen anders sein?</p>
<p style="text-align: center;"><object style="width: 480px; height: 385px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/I5vghf6pJw0" /><embed style="width: 480px; height: 385px;" type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/I5vghf6pJw0"></embed></object></p>
<p><strong><br />
Q HISTORY:</strong> Computerspiele wie 1378 (km) werden als Serious Games, als "ernste Spiele" bezeichnet. Was versteckt sich hinter diesem Begriff?</p>
<p><strong>Breitlauch:</strong> Mit Serious Games sind solche Spiele gemeint, die möglicherweise etwas vermitteln können, was man so im realen Leben noch gebrauchen kann. Die Schwierigkeit ist dabei, dass so ein Spiel natürlich auch Spaß machen muss. Die Lerninhalte sollen also nicht so plakativ wie in einem Rechenbuch, sondern nebenbei <em>mit</em>-vermittelt werden. Es geht nicht darum, Lernstoff regelrecht zu ersetzen, sondern auf eine andere Art und Weise an die Schüler heran zu tragen.</p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Sind Serious Games also die besseren Schulbücher?</p>
<p><strong>Breitlauch:</strong> Hm ... Ganz grundsätzlich kann man natürlich schon sagen, dass es es sich hierbei um ganz unterschiedliche <a href="http://www.qhistory.de/tag/geschichtsdidaktik/" target="_blank">didaktische Ansätze</a> geht, auch in der klassischen Pädagogik. Im Prinzip steckt darin ein wenig "zurück zu Konfuzius", der sagt: Wenn Du mir etwas zeigst, ist das alles schön und gut, aber wenn ich es selber machen, selber erfahren kann, dann vergesse ich es eben nicht so leicht, dann lerne ich es besser.<br />
Dieser Ansatz ist vielleicht der wichtigste bei Serious Games. Ich habe eine Spielherausforderung, die ich mit entsprechend angepassten Spielmechaniken löse. Wenn ich das Spiel dann erfolgreich gelöst habe, stellt sich natürlich so etwas wie ein Belohnungsgefühl ein. Damit ist die Motivation enorm groß, auch weiter zu lernen, das nächste Level zu erreichen.</p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Frau Breitlauch, 1378 (km) ist ein Spiel, das durch einen Editor auf Grund eines bereits vorhandenen Spiels entwickelt wurde. 1378 (km) ist ein Ego-Shooter – gibt es keine anderen Möglichkeiten, das Drama an der innerdeutschen Grenze darzustellen?</p>
<p><strong>Breitlauch:</strong> Es gibt auch andere Editoren, z.B. bei Strategiespielen, mit denen man solche MODs (Modifikation eines vorhandenen Computerspiels) machen kann. Das kommt aber wiederum nicht so häufig an die Öffentlichkeit.<br />
Ich habe das mal mit Studenten durchgespielt. Die haben dann die Geschichte Brandenburgs nachgebaut, mit allem, was dazugehört. Sie mussten natürlich auch viel recherchieren: wie ist die Stadt gegründet worden, was hat sie so durchlebt, welche Belagerungen musste sie überstehen und so weiter. Daraus ist dann eine komplette Strategie-Aufbau-Map entstanden.</p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong> <object style="width: 480px; height: 385px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/0Lc-yAhEHfE" /><embed style="width: 480px; height: 385px;" type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/0Lc-yAhEHfE"></embed></object></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Ist es nicht aber auch problematisch, dass Serious Games bei Jugendlichen mit Millionen-Dollar-Blockbustern wie "Assasin’s Creed" oder "Call of Duty" konkurrieren müssen?</p>
<p><strong>Breitlauch:</strong> Ja, wenn Sie von Budgets sprechen ist das tatsächlich ein Problem. Für Serious Games gibt es einfach nicht so viele Gelder wie für Unterhaltungsspiele, weil sie in der Rege nicht auf einen kommerziellen Erfolg aus sind. Aber anders herum. Wenn man im Unterricht sagt, "anstatt von einem Weltatlas packen wir heute mal unseren USB-Stick aus und machen eine Schnitzeljagd komplett um die Erde", kann ich mir durchaus vorstellen, dass das bei den Schülern sofort eine hohe Motivation wecken würde. Allein dadurch, dass hier ein anderes Medium benutzt wird. In dem Fall ist die Konkurrenz nicht "Assasin's Creed" oder "Call of Duty" oder "World of Warcraft", sondern das Schulbuch. Und in diesem Fall, glaube ich, würde ein Spiel sehr gut bestehen.</p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Warum halten Sie Serious Games für die Bildung der Zukunft für so wichtig?</p>
<p><strong>Breitlauch:</strong> Ganz einfach deshalb, weil Bildung so wahnsinnig wichtig ist! Wir müssen letzten Endes von dem Konzept weg "ich lerne bis zur nächsten Klassenarbeit und dann vergesse ich wieder alles". Lernen soll wirksam sein. Das, was ich lerne, soll möglichst mein ganzes Leben lang in meinem Kopf bleiben und ich denke, dass digitale Medien durch ihre Interaktivität dazu sehr viel beitragen können.</p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Trotz der Empörungswellen scheint sich 1378 (km) durchgesetzt zu haben. Zur Zeit ist das Spiel in der <a href="http://www.1378km.de/" target="_blank">Bundeskunsthalle in Bonn ausgestellt</a>.</p>
<p><strong>Breitlauch:</strong> Ja, ich denke dass das Spiel einfach eine Möglichkeit bietet, die Thematik nochmal anders zu diskutieren. Es ist ja durchaus sehr beklemmend, wenn man im Spiel an diesem Zaun entlang geht ...</p>
<p>Ich habe die Teilung Deutschlands noch miterlebt, aber unsere Kinder nicht mehr - und wie kann man die damalige Situation am besten vermitteln, wenn die Kinder nicht selbst einmal, zumindest virtuell, in so eine Situation geraten? Fotos tun das eine, <a href="http://www.qhistory.de/tag/film-und-fernsehen/" target="_blank">Filme auch</a>, aber wirklich als Figur sich selber so zu fühlen, wenigstens ein bisschen, wie man sich damals gefühlt haben mag. Das ist nochmal etwas Zusätzliches, was das Gedächtnis daran auch wach halten kann.</p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Ein schönes Schlusswort. Das war Linda Breitlauch, mit der ich mich über Serious Games, spielendes Lernen und die Innerdeutsche Grenze unterhalten habe.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Auch erschienen auf<br />
<a href="http://zockworkorange.com/" target="_blank">Zockwork Orange.</a></strong><br />
<a href="http://zockworkorange.com/"><img class="size-full wp-image-5713    alignright" title="Zockwork Orange - Games &amp; Kultur" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/zockwork_banne_small.jpg" alt="Zockwork Orange - Games &amp; Kultur" width="144" height="105" /></a></p>
<p><span style="color: #999999;"><br />
<strong>Autor/Redaktion:</strong> <a href="http://philippspreckels.wordpress.com/" target="_blank">Philipp Spreckels</a><br />
<strong>Moderator:</strong> Daniel Meyer</span><br />
<span style="color: #999999; font-size: 85%; align: right;"><br />
<strong>Foto:</strong> copyright by Jens M. Stober</span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>“Wir Romanovs haben ein Andenken zu bewahren!” &#8211; Command &amp; Conquer: Alarmstufe Rot und der Kalte Krieg</title>
		<link>http://www.qhistory.de/2011/07/command-and-conquer-alarmstufe-rot-und-der-kalte-krieg/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 06:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henrik Kipshagen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Strategiespiel  "Command &#38; Conquer: Alarmstufe Rot" wird aus dem Kalten Krieg ein heißer Krieg. Darin spiegeln sich unsere Geschichtsbilder von Ost und West wider. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelingt es Albert Einstein, mit einer Zeitmaschine die Vergangenheit zu verändern. Die Folgen: kein Hitler, keine Drittes Reich, kein Holocaust. Einen Zweiten Weltkrieg gibt es aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;">
<h4><img class="aligncenter size-full wp-image-5576" title="Alarmstufe Rot und der Kalte Krieg" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/Alarmstufe-Rot.jpg" alt="Alarmstufe Rot und der Kalte Krieg" width="550" height="366" /></h4>
<h4>Im Strategiespiel  "Command &amp; Conquer: Alarmstufe Rot" wird aus dem Kalten Krieg ein heißer Krieg. Darin spiegeln sich unsere Geschichtsbilder von Ost und West wider.</h4>
<p><!-- br--></p>
<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg gelingt es Albert Einstein, mit einer Zeitmaschine die Vergangenheit zu verändern. Die Folgen: kein Hitler, keine Drittes Reich, kein Holocaust. Einen Zweiten Weltkrieg gibt es aber trotzdem: diesmal ist es nämlich die <a href="http://www.qhistory.de/tag/sowjetunion/" target="_blank">Sowjetunion</a>, die ganz Europa erobern will.</p>
<blockquote><p><strong>General Gradenko (UDSSR): </strong>"Die Imperialisten sind uns ausgeliefert. Wir haben vierzehn Panzerdivisionen an dieser Grenze."</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Agentin Nadia: </strong>"Und die Alliierten halten sie mit nur drei Divisionen auf? Es ist für unsere Propaganda überaus wichtig, dass wir Berlin vor dem Geburtstag des Genossen Stalin erobern."</p></blockquote>
<p><span id="more-5509"></span></p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/CRLKOfWn3hk?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/CRLKOfWn3hk?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Was während des <a href="http://www.qhistory.de/tag/kalter-krieg/" target="_blank">Kalten Krieges</a> immer wieder als Worst-Case-Szenario militärischer Übungen diente, wird im Computerspiel Realität. Der Spieler ist mittendrin, und darf in zwei Kampagnen mal die eine, mal die andere Seite zum Sieg führen.</p>
<blockquote><p><strong>General Carville (USA): </strong>"Ich hoffe, Sie sind gut erholt, Commander. Weil Sie seit 08:00 die Kontrolle haben über alle Satelliten, Basen, Flugzeuge, Panzer, Unteroffiziere, Frauen und Kinder in den östlichen Vereinigten Staaten. Sie unterstehen dem Präsidenten."</p></blockquote>
<p>Nachdem die Sowjets erfolgreich aus Europa vertrieben sind,  kommt in Moskau ein neuer Mann an die Macht. Ausgerechnet Alexander Romanov – ein Nachkomme der russischen Zarenfamilie – ist nun Präsident der Sowjetunion. Er gibt er sich als Hüter des Friedens, und plant gleichzeitig schon den nächsten Krieg. Der dann auch ausbricht.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/uaUywEIIxtA?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/uaUywEIIxtA?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<blockquote><p><strong>Premier Romanov: </strong>"Heute werden wir Geschichte schreiben. Denn gemeinsam zerstören wir die Vereinigten Staaten, ihre Häuser, ihre Städte, ihre Träume und noch so einiges mehr."</p></blockquote>
<p>Nun versuchen die Sowjets also, <a href="http://www.qhistory.de/tag/usa/">Amerika</a> zu erobern. Und wie nicht anders zu erwarten, schaffen es die USA mit Hilfe ihrer europäischen Verbündeten wieder einmal, die Welt in letzter Sekunde vor dem globalen Kommunismus zu bewahren. Doch auch das ist noch nicht das Ende der Geschichte.</p>
<p>Soweit musste es ja kommen: Die Sowjets erfinden ihre eigene Zeitmaschine, um die Vergangenheit in ihrem Sinne zu verändern. Zwar gelingt es ihnen, Einstein auszuschalten - doch dafür rufen sie einen neuen Gegner auf den Plan, mit dem niemand gerechnet hatte.</p>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/fbeP4tOq6uI?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/fbeP4tOq6uI?fs=1&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<blockquote><p><strong>Kaiser Yoshiro: </strong>"Heute ist der Tag, den uns das Schicksal vorherbestimmt hat. Wir erdulden nicht länger die Demütigung und Korruption der ausländischen Barbaren. Denn während sie sich immer wieder untereinander bekämpften, erwachte unser Land erneut zum Leben. Und wir erschufen ein neues Reich der Aufgehenden Sonne."</p></blockquote>
<p>Hinter dem klingenden Namen „Reich der Aufgehenden Sonne“ verbirgt sich niemand anders als das alte japanische Kaiserreich. An dieser Stelle sprengt die Story den Rahmen des Kalten Krieges und nimmt Bezug auf weitere Punkte in der Geschichte des 20. Jahrhunderts. So ergibt sich die Möglichkeit, während der Kampagnen ein Bündnis zwischen Alliierten und Sowjets zu schließen, damit der Spieler mit den Einheiten beider Seiten ganz neue Strategien entwickeln kann.</p>
<p>Das Setting von Command &amp; Conquer: Alarmstufe Rot eignet sich perfekt, um die bekannten Klischees über Ost und West zu bedienen. Der auffallendste Unterschied: Bei den Alliierten herrscht Harmonie und Pflichtbewusstsein, bei den Sowjets interne Konkurrenz und Machtwille. Immer gibt es irgendeinen hoch dekorierten General, der dem Spieler seine Erfolge nicht gönnt und schließlich auf eigene Faust versucht, die Macht im Lande an sich zu reißen.</p>
<blockquote><p><strong>Premier Cherdenko: </strong>"General Krukov neigt hin und wieder zu Überschätzung seiner Autorität. Eines Tages wird er zu weit gehen."</p></blockquote>
<p>Auch die wiederholten Auftritte von Albert Einstein, der eine Art Wunderwaffe der Alliierten darstellt, haben etwas stereotypes.</p>
<blockquote><p><strong>Albert Einstein: </strong>"Der sowjetische Premier Romanov und seine Generäle werden vor absolut nichts Halt machen, ehe sie nicht Geist und Körper von allen Menschen der Welt beherrschen. Und leider haben sie die Technologie zur Verfügung, es zu tun! Aber ich auch. Ich habe so einige Tricks."</p></blockquote>
<p>Dieser sympathische alte Mann personifiziert geradezu das Gute. Seine genialen Erfindungen sind es meistens, die den Erfolg herbeiführen.</p>
<div id="attachment_5566" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-5566   " title="Alliierte Zerstörer greifen eine sowjetische Marinebasis an." src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/Alliierte-Zerstörer-greifen-eine-sowjetische-Marinebasis-an.jpg" alt="Alliierte Zerstörer greifen eine sowjetische Marinebasis an." width="550" height="412" /><p class="wp-caption-text">Eine typische Spielszene: Alliierte Zerstörer (oben) greifen eine sowjetische Marinebasis an.</p></div>
<p>Überhaupt, die Technologie. Grob zusammengefasst könnte man sagen: Die Waffen der Sowjetunion sind grausam und verursachen viel Kollateralschaden,</p>
<blockquote><p><strong>Sowjetischer Tesla-Trooper: </strong>"Die Schocktherapie kann beginnen!"</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Sowjetischer Desolator: </strong>"Verbrannte Erde!"</p></blockquote>
<p>... wohingegen die der Alliierten irgendwie sauber wirken, mit der berühmten chirurgischen Präzision.</p>
<blockquote><p><strong>Aliierter Rocketeer: </strong>"Raketen am Himmel!"</p></blockquote>
<blockquote><p><strong>Alliierter Navy Seal: </strong>"Nettes kleines C4 klopft an die Tür!"</p></blockquote>
<p>Es ist ja nicht so, dass die Sowjets gar keine Technologie hätten. Ihr größter Trumpf ist Yuri, ein Mann, der die Gedanken anderer kontrollieren kann.</p>
<blockquote><p><strong>Yuri: </strong>"Das menschliche Hirn ist eine Pandorabüchse mit elektronischen Strömungen. Aber wir sind erst ganz am Anfang. Die meisten Gehirne sind nur Befehlsempfänger. Wie auch immer, ein Paar sind weiter. Sie senden und empfangen Signale, die sie ausgesucht haben."</p></blockquote>
<p>Und auch das Klonen von Menschen bringt ihnen im Spiel einen gewissen Vorteil. Allgemein gilt sowieso: Die Sowjets setzen auf Masse, die Alliierten auf Klasse. So wird der Unterschied zwischen den Ideologien auch im Gameplay zum Ausdruck gebracht.</p>
<p>Natürlich ist die Story eines Computerspiels nie richtig ernst gemeint. Doch Geschichtsbilder, wie sie das Alarmstufe Rot-Universum in großer Zahl aufweist, prägen sich ein. Auch in diesem Sinne erfüllt Geschichtsunterricht in der Schule eine wichtige Funktion.</p>
<blockquote><p><strong>Alliierter Spion: </strong>"Tatsächlich?"</p></blockquote>
<p style="text-align: right;"><strong>Auch erschienen auf<br />
<a href="http://zockworkorange.com/" target="_blank">Zockwork Orange.</a></strong><br />
<a href="http://zockworkorange.com/"><img class="size-full wp-image-5713    alignright" title="Zockwork Orange - Games &amp; Kultur" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/zockwork_banne_small.jpg" alt="Zockwork Orange - Games &amp; Kultur" width="144" height="105" /></a></p>
<p><span style="color: #999999;"><br />
<strong>Autor/Redaktion:</strong> Henrik Kipshagen</span><br />
<span style="color: #999999; font-size: 85%; align: right;"><br />
<strong>Foto:</strong> copyright by Gamewallpapers.com, EA Games</span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vom Würfelspiel bis zum Onlinepoker &#8211; Zu Gast im Casino der Geschichte</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 09:11:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>conny.pfeifer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Antike]]></category>
		<category><![CDATA[Christine Krüger]]></category>
		<category><![CDATA[Cornelia Pfeifer]]></category>
		<category><![CDATA[Games und Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Giacomi Casanova]]></category>
		<category><![CDATA[Glücksspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Kartenspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Mittelalter]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinepoker]]></category>
		<category><![CDATA[Würfelspiel]]></category>
		<category><![CDATA[Zockwork Orange]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Glücksspiel ist fast so alt wie die Menschheit. Schon in der Antike riskierten Menschen ihr letztes Hemd für den Kick am Spieltisch. Q HISTORY zu Gast im Casino der Geschichte. Podcast: Play in new window &#124; Download Reporterin: Ob in der bunten Glitzerwelt von Las Vegas oder im Kiosk um die Ecke – Glücksspiele [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="aligncenter size-full wp-image-5618" title="Casino der Geschichte" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/Casino-der-Geschichte.jpg" alt="Casino der Geschichte" width="550" height="368" />Das Glücksspiel ist fast so alt wie die Menschheit. Schon in der Antike riskierten Menschen ihr letztes Hemd für den Kick am Spieltisch. Q HISTORY zu Gast im Casino der Geschichte.</h4>
<p><!-- br--><br />
<br />
Podcast: <a title="Play in new window" onclick="wopen('http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-9-2011--Games-und-Geschichte--Im-Casino-der-Geschichte.mp3', 'popup', 340, 240); return false;" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-9-2011--Games-und-Geschichte--Im-Casino-der-Geschichte.mp3" target="popup">Play in new window</a> | <a title="Download" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-9-2011--Games-und-Geschichte--Im-Casino-der-Geschichte.mp3">Download</a></p>
<p><strong>Reporterin: </strong>Ob in der bunten Glitzerwelt von Las Vegas oder im Kiosk um die Ecke – Glücksspiele gehören für viele Menschen auf der Welt zum Alltag. Da wird gewettet und getippt, gewürfelt und gezockt.  Immer aber geht es um die Hoffnung auf den großen Gewinn. Dem schnellen Geld jagen aber nicht nur <em>heute </em>die Armen und Reichen nach. Ich möchte mit Ihnen eine Reise in die Vergangenheit machen. Woher kommt das Glücksspiel eigentlich und wie sind Könige, Adelige und das einfache Volk damit umgegangen? Um diesen Fragen nachzugehen spreche ich heute mit den Zeitzeugen höchst persönlich. Willkommen im Casino der Geschichte!</p>
<p><em>(Eine Tür öffnet sich, Stimmgewirr)</em></p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Ich bin jetzt hier auf dem roten Teppich, in der Eingangshalle. Vor mir stehen riesige Spieltische und Automaten. Bis jetzt sieht das alles nicht viel anders aus, als in jedem anderen Casino ... Naja, bis auf die Gäste. Dort sehe ich beispielsweise einige Herren mit Mänteln aus kratziger Wolle und Schuhen aus hartem Leder ... sie spielen Karten ... Ich glaube diese Männer kommen aus dem <a href="http://www.qhistory.de/tag/mittelalter/" target="_blank">Mittelalter</a> - ich werde sie einmal ansprechen.</p>
<p>Entschuldigen Sie, meine Herren.</p>
<p><strong>Mittelalterlicher Spieler:</strong> Wer da? Sei Ihr etwa ein Scherge des Stadtverwalters  - oh, gut, Ihr seid nur ein Weibsbild. Was wollt Ihr hier?</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Sie scheinen sich ja große Sorgen zu machen, erwischt zu werden. War in Ihrer Zeit das Glücksspiel verboten?</p>
<h4>Viele mittelalterliche Städte haben Spielbanken eingerichtet<span id="more-5517"></span></h4>
<p><strong><span style="color: #ffffff;">.</span><br />
Mittelalterlicher Spieler: </strong>Verboten? Das kann man so nicht sagen. Es ist aber schon so, dass die Männer Gottes das Spiel als verderblich ansehen. Und wie heißt es in der Liedersammlung <em>Carmina Burana</em> gleich? - „Denn die Passion der Spieler sind Betrügerei und Raum ...Wegen des Würfelspiels sind meine Gefährten oft nackt. Wenn ich dann hafte, wirft man das Los auch über mein Gewand ...“</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Aber wenn die Kirche das Glücksspiel ablehnt, warum gibt es dann überhaupt Spielhäuser?</p>
<p><strong>Mittelalterlicher Spieler:</strong><em> </em>Weil die Städte beim Glücksspiel  hohe Gewinne machen! Unter dem Deckmantel der Redlichkeit haben viele Städte bereits Spielbanken eingerichtet.</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Wissen Sie denn, wie das Glücksspiel entstanden ist?</p>
<p><strong>Mittelalterlicher Spieler: </strong>Gute Frau – das dürft Ihr mich nicht fragen. Aber ich bin sicher, die Männer in den unziemlich kurzen weißen Gewändern dort drüben, mit den seltsam offenen Schuhen werden Euch sicher weiter helfen können.</p>
<p><strong>Reporterin</strong><strong>:</strong> Ja, ich bin sicher, die Menschen aus dem <a href="http://www.qhistory.de/tag/romisches-reich/" target="_blank">antiken Rom</a> wissen vielleicht etwas mehr über die Ursprünge des Glücksspiels – ich werde einmal herüber gehen.</p>
<p><em>(Rollende Würfel, Gelächter)</em></p>
<p><strong>Reporterin:</strong><em> </em>Die Herren scheinen zu würfeln.</p>
<p><strong>Antiker Zocker:</strong><em> </em>Beim Jupiter – jetzt wartet doch einen Moment, junge Frau. Ich habe gerade eine Venus geworfen und wenn ich nicht aufpasse, bringen mich meine feinen Kollegen hier um den Sieg, nur weil ich meine Denare nicht rechtzeitig eingesammelt habe.</p>
<h4>Die Germanen betreiben das Glücksspiel auch nüchtern wie ein ernstes Geschäft</h4>
<p><em><span style="color: #ffffff;">.</span><br />
(Geldgeklimper)</em></p>
<p><strong>Reporterin: </strong>Ich möchte Sie ja eigentlich gar nicht von Ihrem Spiel abhalten. Aber sagen Sie, was spielen Sie da eigentlich überhaupt?</p>
<p><strong>Antiker Zocker:</strong><em> </em>Wir würfeln hier mit Astragalen – das Spiel kennt doch jedes Kind.</p>
<p><strong> </strong><strong>Reporterin</strong><strong>:</strong> Astra -  was?</p>
<p><strong>Antiker Zocker:</strong> Astragalen sind Sprunggelenkknochen aus den Hinterbeinen von Schafen, Ziegen oder Rindern. Sie haben genau vier Seiten – zwei breite,und zwei schmale. Aber sagt ... seid ihr nicht Germanin?</p>
<p><strong>Reporterin: </strong>Also wenn Sie so wollen, aber ich weiß wirklich nicht, ob...</p>
<p><strong>Antiker Zocker:</strong><em> </em>Also dann muss ich mich doch sehr wundern, dass Ihr dieses Spiel nicht kennt. Schließlich hat schon Tacitus in seiner Germania berichtet, dass die Germanen das Glücksspiel auch im nüchternen Zustand wie ein ernstes Geschäft betreiben. Nur nüchtern sind sie gar nicht so oft. Sie verspielen sogar ihre eigene Freiheit und lassen sich gegebenenfalls als Sklaven wegführen – diese Barbaren!</p>
<p><strong>Reporterin: </strong>Naja, mich würde viel mehr interessieren, ob Sie eigentlich wissen, wer das Glücksspiel erfunden hat?</p>
<p><strong>Antiker Zocker:</strong><em> </em>Nun,  Platon und Plutarch haben den ägytischen Gott Theut als Erfinder von Würfel- und Brettspielen betrachtet. Aber verbreiteter ist natürlich die Ansicht, dass Palademes das Glücksspiel erfunden hat, um den Griechen während der 10jährigen Belagerung von Troja die Zeit zu verkürzen.</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Das klingt ja so, als sei man sich nicht einig.</p>
<div id="attachment_5620" class="wp-caption aligncenter" style="width: 560px"><img class="size-full wp-image-5620" title="Gemälde von Michelangelo Merisi da Caravaggio, 1594" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/Kartenspieler.jpg" alt="Gemälde von Michelangelo Merisi da Caravaggio, 1594" width="550" height="365" /><p class="wp-caption-text">Gemälde von Michelangelo Merisi da Caravaggio, 1594</p></div>
<h4>Giacomo Casanova - es ist mir eine Ehre euch hier zu treffen</h4>
<p><em><span style="color: #ffffff;">.</span><br />
(Geschrei, zerbrechende Gläser)</em></p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Oh, hier scheint es ja um alles oder nichts zu gehen – ich beeile mich lieber, an den nächsten Tisch zu kommen ... Hier scheint es etwas gesitteter zuzugehen. Die Leute tragen feine, kostbare Kleidung und Schnallenschuhe – und es sind sogar Damen zugegen. Naja – kein Wunder, wenn man bedenkt wer dort sitzt: ... Giacomo Casanova – es ist mir eine Ehre euch hier zu treffen!</p>
<p><strong>Casanova: </strong>Die Ehre ist ganz meinerseits. Gesellt Euch doch zu uns, meine Liebe.</p>
<p><em><strong> </strong></em><strong>Reporterin</strong><strong>:</strong> Sagen Sie, wie kommt es denn, dass einige von Ihnen in edler Kleidung und mit hohen Perücken hier sitzt, während die anderen eine Maske tragen müssen?</p>
<p><strong>Casanova: </strong>Das ist ganz zu ihrem eigenen Schutz. ... Wir spielen „Pharao“ – ein Kartenspiel, das besonders bei den Reichen und Adeligen in Venedig sehr beliebt ist. Wenn bürgerliche Spieler teilnehmen möchten, müssen sie sich maskieren. So bleibt bei einem glücklosen Spieler die Anonymität bewahrt.</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Aber ich dachte, Sie selber seid nur der Sohn von zwei Schauspielern? Müssten Sie dann nicht auch eine Maske tragen?</p>
<p><strong>Casanova: </strong>Aber ich bitte Sie, meine Liebe. Wie Ihr sicher wisst, hat mir der Papst vor einigen Jahren den Titel des „Ritters zum goldenen Sporn“ verliehen – und meine Bekanntschaften in den höchsten Kreisen tun ihr Übriges ...</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Sie meinen wohl Ihre Bett-Bekanntschaften ... Aber zurück zur Sache: Das heißt das Glücksspiel ist bei Adeligen ein beliebter Zeitvertreib?</p>
<p><strong>Casanova: </strong>Oh ja – abgesehen davon, dass es für mich eine gute Gelegenheit ist, schöne Frauen kennen zu lernen. Dass Glücksspiel ein wichtiges Merkmal des adeligen Lebensstils – gleich nach der Jagd und dem Theater.  Und es ist für die Herrscher ein gutes Mittel, ihren Hof in Schach zu halten ...</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Wie kann das sein?</p>
<p><strong>Casanova:</strong> Nun, der Zugang zum Spieltisch des Herrschers bedeutet großes Ansehen und Erfolg. Andererseits ist das Glücksspiel so zu einer Verpflichtung geworden, die mit großem Geldaufwand verbunden ist. Der Herrscher hat die Adeligen durch Würfel und Spielkarten von sich abhängig gemacht und wer Pech im Spiel hat, kann schnell zu Hofdiensten verpflichtet werden.</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Aber ich will Sie nicht länger von Ihrem Spiel abhalten ...</p>
<p><strong>Casanova:</strong> Keineswegs, keineswegs - das tut Ihr nicht. <em>(mit raunender Stimme) </em>Vielleicht wollt Ihr Francesca und mich nachher noch auf ein Glas Wein begleiten?</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Äh ... nein, ich denke nicht. Ich glaube ich sollte lieber noch mit dieser <em>Frau </em>dort drüben sprechen ...</p>
<h4 style="text-align: center;">Raise!!!</h4>
<p><strong><span style="color: #ffffff;">.</span><br />
Reporterin: </strong>Jetzt scheine ich in der Gegenwart angekommen zu sein – ein Computer, ein Internet-Router und statt dieser ganzen Machos endlich eine Frau. Schön Sie kennen zu lernen.</p>
<p><strong>Pokerspielerin:</strong> <em>Raise!!!</em></p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Raise? Was wollen Sie denn damit sagen?</p>
<p><strong>Pokerspielerin:</strong> Das bedeutet, dass ich gehe mit. Ich habe ein gutes Blatt – einen <em>straight flush</em> – wie ich schätze das beste Blatt in der ganzen Runde, das muss ich ausnutzen.</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Sie spielen also online mit anderen Leuten Poker? Fehlt da nicht der Nervenkitzel ohne andere Spieler?</p>
<p><strong>Pokerspielerin</strong><strong>:</strong> Nein, das ist doch gerade der Vorteil!  Das Glücksspiel im Internet 24 Stunden und von fast überall erreichbar ist. Es gibt keine Anfahrtswege oder Kleiderordnungen – man bleibt vollkommen anonym. Und es gibt schnellere Spielabfolgen und man kann sogar an mehreren Pokertischen gleichzeitig spielen.</p>
<p><strong>Reporterin:</strong> Da scheint mir die Suchtgefahr aber auch sehr groß. Ich könnte mir vorstellen, dass man sich schnell in dieser Kunstwelt verlieren kann – und natürlich auch sein Geld, wenn es an Stelle von Chips nur noch Kontobelastungen per Mausklick gibt.</p>
<p><strong>Pokerspielerin</strong><strong>:</strong> Sicher, man muss aufpassen. Kinder zum Beispiel sollten kein Glücksspiel spielen. Aber Online-Poker ist momentan unglaublich beliebt.</p>
<p>Allein in Deutschland gibt es 2,9 Millionen Spieler und allein im Jahr 2006 wurden rund 15 Milliarden Dollar auf den virtuellen Spieltischen umgesetzt.</p>
<p><strong>Reporterin: </strong>Das scheint mir die Gefahr aber nicht unbedingt zu begrenzen ... Nach allem was ich heute gehört habe, bleibe ich glaube ich lieber beim heimischen Doppelkopf-Spiel – das geht es nicht um Geld, sondern nur um die Ehre.</p>
<p style="text-align: right;"><strong>Auch erschienen auf<br />
<a href="http://zockworkorange.com/" target="_blank">Zockwork Orange.</a></strong><br />
<a href="http://zockworkorange.com/"><img class="size-full wp-image-5713    alignright" title="Zockwork Orange - Games &amp; Kultur" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/zockwork_banne_small.jpg" alt="Zockwork Orange - Games &amp; Kultur" width="144" height="105" /></a></p>
<p><span style="color: #999999;"><br />
<strong>Autor/Redaktion:</strong> Christine Krüger, Cornelia Pfeifer<br />
</span><span style="color: #999999; font-size: 85%; align: right;"><br />
<strong>Literatur:</strong> Hattler, Claus: "...und es regiert der Würfelbecher" - Glücksspiel in der Antike. In: Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.): Volles Risiko! Glücksspiel von der Antike bis heute, Karlsruhe 2008, S. 26 - 31. Schumacher, Dagmar Maria: Würfelglück im Mittelalter. In: Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.): Volles Risiko! Glücksspiel von der Antike bis heute, Karlsruhe 2008, S. 42 - 46. Dieselbe: "Des Teufels Spiel" - Glücksspiel in Mittelalter und früher Neuzeit. In: Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.): Volles Risiko! Glücksspiel von der Antike bis heute, Karlsruhe 2008, S. 85 - 89. Köger, Annette: Spielkarten und Glücksspiel. In: Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.): Volles Risiko! Glücksspiel von der Antike bis heute, Karlsruhe 2008, S. 62 - 67. Hayer, Tobias und Meyer, Gerhard: Zocken im Internet - Online-Glücksspiele. In: Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.): Volles Risiko! Glücksspiel von der Antike bis heute, Karlsruhe 2008, S. 271 - 273.<br />
<strong>Sounds:</strong> freesounds, by <a href="http://www.freesound.org/samplesViewSingle.php?id=66520" target="_blank">Connum</a>, <a href="http://www.freesound.org/samplesViewSingle.php?id=16394" target="_blank">acclivity</a>, <a href="http://www.freesound.org/samplesViewSingle.php?id=13225" target="_blank">Incarnadine</a>, <a href="http://www.freesound.org/samplesViewSingle.php?id=51671" target="_blank">robinhood76</a>, <a href="http://www.freesound.org/samplesViewSingle.php?id=60857" target="_blank">robinhood76</a>, <a href="http://www.freesound.org/samplesViewSingle.php?id=44061" target="_blank">Feegle</a><br />
<strong>Foto:</strong> flickr, by <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/79243450@N00/1369489570/" target="blank">Symphoney Symphoney</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Sendung 9/2011: Games und Geschichte</title>
		<link>http://www.qhistory.de/2011/07/sendung-92011-games-und-geschichte/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 07:57:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Spreckels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Ego-Shooter]]></category>
		<category><![CDATA[Games und Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Henrik Kipshagen]]></category>
		<category><![CDATA[Spiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Würfelspiele in römischen Kasernen, Schach im Mittelalter, Ego-Shooter im 21. Jahrhundert - gespielt haben die Menschen schon immer gerne. Oft ging es dabei nicht nur um harmlose Zeitvertreibung, Spiele konnten auch wichtige gesellschaftliche Funktionen erfüllen. Und andersherum weisen heutige Spiele oft interessante Bezüge zur Geschichte auf. Grund genug für Q HISTORY, Spiele einmal genauer unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="aligncenter size-full wp-image-5469" title="Games und Geschichte" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/games-und-geschichte2-Kopie.jpg" alt="Games und Geschichte" width="550" height="413" /></p>
<p>Würfelspiele in römischen Kasernen, Schach im Mittelalter, Ego-Shooter im 21. Jahrhundert - gespielt haben die Menschen schon immer gerne. Oft ging es dabei nicht nur um harmlose Zeitvertreibung, Spiele konnten auch wichtige gesellschaftliche Funktionen erfüllen. Und andersherum weisen heutige Spiele oft interessante Bezüge zur Geschichte auf. Grund genug für Q HISTORY, Spiele einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.</p>
<p><strong>Die Themen:</strong></p>
<ul>
<li>"Wir Romanovs haben ein Andenken zu bewahren!" - Das Alarmstufe Rot-Universum und der Kalte Krieg</li>
<li>"Es ist eine ernste Sache ..." - Die Kulturgeschichte des Spiels</li>
<li>Vom Würfelspiel bis zum Onlinepoker - Zu Gast im Casino der Geschichte</li>
<li>Serious (History) Games - Die Schrecken der Vergangenheit als PC-Spiel?</li>
</ul>
<p>Q History am 05.06. um 20 Uhr bei Radio Q.</p>
<p><strong>Moderation:</strong> Daniel Meyer<br />
<strong>Redaktion:</strong> Henrik Kipshagen, Cornelia Pfeifer, Christine Krüger, Astrid Mohr, Philipp Spreckels</p>
<p><span style="color: #999999;"><strong>Foto:</strong> flickr, by-nc <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/92366420@N00/68704852/" target="blank">Scott Ingram</a> edited by <a href="http://philippspreckels.wordpress.com/" target="_blank">Philipp Spreckels</a></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bücher vs. Meyer: Ein historisches Duell</title>
		<link>http://www.qhistory.de/2011/07/buecher-vs-meyer-ein-historisches-duell/</link>
		<comments>http://www.qhistory.de/2011/07/buecher-vs-meyer-ein-historisches-duell/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 09:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Henrik Kipshagen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sendungen]]></category>
		<category><![CDATA[Antike]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher-Meyer-Kontroverse]]></category>
		<category><![CDATA[Eduard Meyer]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Schlegel]]></category>
		<category><![CDATA[Henik Kipshagen]]></category>
		<category><![CDATA[Karl]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftsgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftsgeschichte]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch in der Wissenschaft sind sich nicht alle immer ganz grün. Wir haben uns zwei besonders hitzige Streithähne für euch ins Studio geholt. Podcast: Play in new window &#124; Download Q HISTORY: Bei mir ist jetzt Karl Bücher (1847-1930), seines Zeichens Nationalökonom, heute würde man eher sagen Wirtschaftswissenschaftler, oder kurz: VWLer, und sein Kontrahent Eduard [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><strong><img class="aligncenter size-full wp-image-5482" title="Bücher-Meyer-Kontroverse" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/Bücher-vs.-Meyer-Ein-historisches-Duell.jpg" alt="Bücher-Meyer-Kontroverse" width="550" height="365" />Auch in der Wissenschaft sind sich nicht alle immer ganz grün. Wir haben uns zwei besonders hitzige Streithähne für euch ins Studio geholt. </strong></h4>
<p><!-- br--><br />
<br />
Podcast: <a title="Play in new window" onclick="wopen('http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-8-2011--Wissenschaftsgeschichte--Buecher-Meyer-Kontroverse.mp3', 'popup', 340, 240); return false;" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-8-2011--Wissenschaftsgeschichte--Buecher-Meyer-Kontroverse.mp3" target="popup">Play in new window</a> | <a title="Download" href="http://www.qhistory.de/podcasts/Q-History-8-2011--Wissenschaftsgeschichte--Buecher-Meyer-Kontroverse.mp3">Download</a></p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Bei mir ist jetzt Karl Bücher (1847-1930), seines Zeichens Nationalökonom, heute würde man eher sagen Wirtschaftswissenschaftler, oder kurz: VWLer, und sein Kontrahent Eduard Meyer (1855-1930), ein Althistoriker, der gerne mal über den Tellerrand der griechischen und römischen Geschichte hinaus guckt, was es da sonst noch gab in der Antike. Vor rund hundert Jahren haben diese beiden Wissenschaftler eine Kontroverse angestoßen, die damals ziemlich Wellen geschlagen hat. Da ging es nämlich um die Wirtschaft in der Antike, genauer gesagt um die Frage: Wie modern war die Wirtschaft bei den Griechen?</p>
<p><strong>Eduard Meyer: </strong>Überaus modern, das können Sie sich kaum vorstellen! Klar, auf den ersten Blick erscheint uns die Welt der Griechen irgendwie fremd, aber wenn man mal näher drüber nachdenkt...</p>
<p><strong>Karl Bücher (gleichzeitig):</strong> Jaaa, also, schon die Frage ist falsch. “Modern” ist echt kein Begriff, den wir der Antike aufzwingen sollten. Das passt einfach vorne und hinten nicht...</p>
<p><strong><strong>Q HISTORY </strong></strong><strong>(unterbricht): </strong>Moment, einer nach dem andern. Sie werden hier beide noch zu Wort kommen, keine Angst... vielleicht lassen wir jetzt Herrn Bücher als dem Älteren von Ihnen beiden den Vortritt.</p>
<p><strong>Bücher:</strong> Ja das will ich ja wohl meinen!</p>
<p><strong>Meyer (im Hintergrund): </strong>Lassen wir den verstaubten Dogmen den Vortritt, meinetwegen ...<span id="more-5448"></span></p>
<p><strong>Bücher: </strong>Nun, ich sehe das so: Die Wirtschaft hat sich in der Weltgeschichte in drei Stufen entwickelt. Am Anfang, in der Antike, gab es nur Substistenzwirtschaft, das heißt jeder hat für sich selbst produziert und alles, was er brauchte, selbst hergestellt. Dann kommt im Mittelalter die Kundenproduktion in den Städten, da hat man also schon angefangen zu tauschen. Und schließlich, in der Industrialisierung, wurde die Volkswirtschaft erfunden, die wir heute immer noch haben. Aber in der Antike war das noch überhaupt nicht abzusehen, da dominierte eigentlich die Subsistenzwirtschaft.</p>
<p><strong>Q HISTORY: </strong>Ok, klingt doch alles gar nicht schlecht. Herr Meyer, wie lautet denn Ihre Kritik an den Thesen von Herrn Bücher?</p>
<p><strong>Meyer:</strong> Subsistenz, das ist klar, dass man nichts anderes sieht, wenn man sich nur die Bauern anschaut. Aber Städte gab es nicht erst im Mittelalter, sondern auch schon im antiken Griechenland. Und die tauschten, was das Zeug hielt. Seit dem 7. Jahrhundert vor Christus gab es sogar Münzwirtschaft, und das ist sogar eine noch abstraktere Form des Tausches. Ich ... ich verstehe nicht, wie man angesichts dieser simplen Tatsachen so blind sein kann.</p>
<p><strong>Q HSITORY: </strong>Ist das jetzt quasi ihr Hauptkritikpunkt, Herr Meyer?</p>
<p><strong>Meyer: </strong>Ich gehe sogar noch weiter und postuliere: man kann sich die Wirtschaft in der Antike gar nicht modern genug vorstellen. Der Herr Bücher, der sucht sich einfach nur die Quellen heraus, die ihm irgendwie in seine Theorie passen (lacht), und alles, was ihm dann zu modern wirkt, ignoriert er einfach. Wenn man sich doch nur mal die Größe römischer Landgüter ansieht, das kann doch nicht sein, dass die da nur für sich selbst produziert haben.</p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Ja Herr Bücher, was sagen denn Sie dazu? Sind ja doch schon ziemlich handfeste Argumente, die hier jetzt im Raum stehen.</p>
<p><strong>Bücher: </strong>Naja ... also, handfeste Argumente sind das nicht. Sie müssen wissen, der Herr Meyer hier, der hat im Grunde gar keine Ahnung. Klar, das ist bestimmt beeindruckend, wenn er da loslegt mit seinen ganzen Sprachkenntnissen, hier Ägyptisch, Arkadisch oder was weiß ich noch alles.</p>
<p><strong>Meyer (Einwurf): </strong>Und Altpersisch!</p>
<p><strong>Bücher: </strong>Ja, Alles schön und gut.</p>
<p><strong>Meyer (Einwurf): </strong>Und Neupersisch!</p>
<p><strong>Bücher:</strong> Ja, Herr Meyer, wir hams verstanden. Sie sind ein ganz toller Hecht, meinetwegen. ... Und was die Münzen angeht, da gebe ich Ihnen sogar Recht, die gab es tatsächlich.<br />
Aber!<br />
Ich persönlich habe jahrelang die Quellen aus dieser Zeit studiert, und ihre Theorien kann ich da einfach nicht wiederfinden. Zum Beispiel: Sie schreiben Bücher über die Antike und benutzen dabei Begriffe wie Großindustrie, Kapitalisten, Proletariat und so weiter.</p>
<p><strong>Meyer: </strong>Ja aber sicher doch! diese Begriffe zum Vergleich heranzuziehen, ist vollkommen legitim!</p>
<p><strong>Bücher: </strong>Nee ist es gar nicht. Denn zum einen ist das gefährlich und verwirrt unsere jungen, unschuldigen Studenten. Und zum anderen ist das irreführend, wenn Sie hier von Vergleichen sprechen, denn wenn Sie zum Beispiel die Sklaven in der Antike als Proletariat bezeichnen, dann behaupten Sie damit ja wirklich, dass es in der Antike ein Proletariat gab. Und das ist einfach falsch!</p>
<p><strong>Q HISTORY:</strong> Ok ich fass' jetzt mal zusammen: Herr Bücher, sie behaupten dass Herr Meyer nicht Vergleiche anstellt sondern einfach nur Behauptungen in den Raum stellt.</p>
<p><strong>Bücher: </strong>Ja genau. Ein Vergleich ist nicht derart suggestiv, und ein Vergleich wirbelt auch nicht die ganzen Epochen durcheinander...</p>
<p><strong>Q HISTORY: </strong>Ja, Herr Meyer, Sie stehen jetzt gerade in der Kritik. Was haben sie zu ihrer Verteidigung vorzubringen?</p>
<p><strong>Meyer:</strong> Ach wissen Sie, ich stehe immer in der Kritik. Das war bei allen großen Theoretikern in der Geschichte so. Es gibt ... , das müssen Sie verstehen, viele Neider.</p>
<p><strong>Q HISTORY</strong><strong>: </strong>Ja aber kommen Sie jetzt doch nochmal zur Sache, Herr Meyer.</p>
<p><strong>Meyer: </strong>Aber sicher. Betrachten wir doch mal die Erkenntnisse von Herrn Bücher. Man könnte es vielleicht so ausdrücken, dass er die ganze Wirtschaftsentwicklung der Weltgeschichte in ein Epochenkorsett gequetscht hat. Und das habe ich eben nicht getan.</p>
<p><strong>Q HISTORY</strong><strong>: </strong>Epochenkorsett. Können Sie den Begriff nochmal erläutern?</p>
<p><strong>Meyer: </strong>Ja. Kollege Bücher hat eben das übliche starre 3-Stufen-Modell aus Antike, Mittelalter, Neuzeit aufs Papier gekloppt, nech, und da muss die nachweisbare Empirie dann irgendwie rein passen. Das sieht doch jedes Kind, dass das total unwissenschaftlich ist! Man muss auch mal offen sein für neue Thesen, auch wenn sie überraschend und unerwartet sind, dann ist das eben so. Stattdessen kommt hier so ein Wald- und Wiesenökonom und meint, er hätte das Rad neu erfunden!<br />
Alles nur Eitelkeit!</p>
<p><strong>Bücher: </strong>Das sagt ja genau der Richtige. Sie sind doch derjenige, der der Antike das Korsett, um mal bei Ihrer merkwürdigen Metapher zu bleiben, also das Korsett moderner ökonomischer Theorien aufzwängt. Das ist wissenschaftlich vollkommen unzulässig. Man kann ja an meinem Modell kritisieren, dass es vielleicht etwas linear ist. Aber Ihres ist anachronistisch, und zwar auf ziemlich unverschämte Weise, Herr Meyer! Fabriken in der Antike! Groß... Großindustrielle in Athen! Kapitalisten auf der Akropolis! (lacht)</p>
<p><strong>Q HISTORY</strong><strong>: </strong>Ja, Herr Meyer, da sind wir ja schon wieder bei Ihnen. Mir ist aufgefallen, dass Sie eben gar nicht auf die Kritik von Herrn Bücher an Ihren Theorien geantwortet haben.</p>
<p><strong>Bücher:</strong> Ja wie soll er denn auch, er hat ja gar keine Argumente, ihm bleibt ja nix anderes übrig als mich persönlich anzugreifen!</p>
<p><strong>Q HISTORY</strong><strong>: </strong>Ähh stopp Herr Bücher jetzt mal, Gelbe Karte!</p>
<p><strong>Meyer: </strong>Ich kann es nur noch mal betonen: Die antike Wirtschaft war wirklich sehr modern. So wie Herr Bücher das beschreibt, als reine Entwicklung von unten nach oben, ist das nicht haltbar. Denn was spricht denn dagegen, dass es auch Rückschritte gab? Ist es denn so schwer, sich vorzustellen, dass es in der Antike Phänomene gab, die den heutigen Verhältnissen ähnlich waren, die es aber zum Beispiel im Früheren Mittelalter nicht gegeben hat?</p>
<p><strong>Bücher: </strong>Ja gut, darüber kann man sich ja streiten. Aber dann können Sie doch nicht hingehen, und exakt die gleichen Begriffe benutzen, mit denen wir auch heute unsere Gesellschaft beschreiben. Überlegen Sie sich halt mal ein paar neue, Sie sind doch der große Sprachexperte!</p>
<p><strong>Q HISTORY</strong><strong>: </strong>Ja ehrlich gesagt, Herr Meyer, da muss ich jetzt dem Herrn Bücher aber auch mal Recht geben. Mir kommt das Alles irgendwie auch komisch vor.</p>
<p><strong>Meyer (im Hintergrund): </strong>Nicht mein Problem, wenn Sie sich dem modernen Ansatz nicht öffnen können...</p>
<p><strong>Bücher: </strong>Ja mhm. Außerdem wollte ich auch nochmal was ganz Allgemeines sagen: nämlich dass man mit den antiken Quellen, die ich besonders gut kenne, egal ob das Inschriften oder Papyri oder sonstwas sind, extrem vorsichtig sein muss. Gerade bei Zahlenangaben, auf die Sie sich ja ganz gerne stützt, ist erhebliches Misstrauen angebracht.</p>
<p><strong>Q HISTORY</strong><strong>: </strong>Das scheint mir jetzt aber ein wichtiger Hinweis zu sein, aber Herr Bücher, ich muss sagen, auch mit Ihrer Position kann ich mich nicht so richtig anfreunden. Das weiß ja sogar ich, dass die damals schon Schiffe hatten, um übers ganze Mittelmeer Handel zu treiben. Das sieht mir ja nicht so sehr nach Selbstversorgung aus.</p>
<p><strong>Bücher: </strong>Jaaa gut ... das muss man auch im Verhältnis sehen. Also der überwiegende Teil war eben, wie ich meine, Subsistenzwirtschaft.</p>
<p><strong>Q HISTORY</strong><strong>:</strong> ... sagt Herr Bücher, Herr Meyer, ich überlasse Ihnen das Schlusswort.</p>
<p><strong>Meyer: </strong>Also das mit der Subsistenzwirtschaft, ja, das mag ja für bestimmte ländliche Gegenden zutreffen, aber im Großen und Ganzen waren die Griechen und Römer damals aber schon ziemlich weit mit ihrer Marktstruktur.</p>
<p><strong>Bücher: </strong>Marktstruktur? Das ist schon wieder so ein Wort!</p>
<p><strong>Meyer: </strong>Moment mal, ich sollte doch das Schlusswort haben!</p>
<p><strong>Q HISTORY</strong><strong>: </strong>Nein, das mit dem Schlusswort übernehme ich jetzt. Also, das war ein kleiner Einblick in die sogenannte Bücher-Meyer-Kontroverse vom Ende des 19. Jahrhunderts, über die Frage: Wie modern war die Wirtschaft in der Antike?<br />
Auf einen gemeinsamen Nenner sind wir heute nicht gekommen, aber dafür können sich Generationen von Studenten auf der Grundlage solcher Diskussionen eine eigene Meinung bilden. Heutzutage sind übrigens beide Theorien ziemlich überholt.</p>
<p><strong>Bücher:</strong> Was?</p>
<p><strong>Meyer (gleichzeitig): </strong>Wie ist das möglich?</p>
<p><strong>Q HISTORY</strong><strong>: </strong>Vielen Dank an die Q History-Redakteure Frank Schlegel und Henrik Kipshagen, die uns die beiden Streithähne ins Studio gebracht haben.</p>
<p><span style="color: #999999;"><br />
<strong>Autor/Redaktion:</strong> Frank Schlegel, Henrik Kipshagen<br />
<strong>Moderator:</strong> Daniel Meyer</span><br />
<span style="color: #999999; font-size: 85%; align: right;"><br />
<strong>Foto:</strong> flickr, by-nc-sa <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/artysmokes/3487831911/" target="blank">Arty Smokes</a></span></p>
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		<title>&#8220;Kann es sein, dass Weibsvolk anwesend ist?&#8221; &#8211; Die ersten Frauen an der Universität</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Jul 2011 09:32:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Philipp Spreckels</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erst seit rund 100 Jahren haben Frauen in Deutschland das Recht zu studieren. Wie sie sich dieses Recht erkämpften, hat Astrid Mohr für Q HISTORY recherchiert. Im Jahr 1908 schrieb sich eine junge Frau mit dem Namen Auguste Rannenberg an der Universität Münster ein. Sie wählte die Fächer Mathematik und Naturwissenschaften. Dieser profane Vorgang, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="aligncenter size-full wp-image-5458" title="Frauen an der Universität" src="http://www.qhistory.de/wp-content/uploads/2011/07/Frauen-an-der-Universität.jpg" alt="Frauen an der Universität" width="550" height="367" />Erst seit rund 100 Jahren haben Frauen in Deutschland das Recht zu studieren. Wie sie sich dieses Recht erkämpften, hat Astrid Mohr für Q HISTORY recherchiert.</h4>
<p><!-- br--></p>
<p>Im Jahr 1908 schrieb sich eine junge Frau mit dem Namen Auguste Rannenberg an der Universität <a href="http://www.qhistory.de/tag/munster/" target="_blank">Münster</a> ein. Sie wählte die Fächer Mathematik und Naturwissenschaften. Dieser profane Vorgang, den heute tausende von jungen Frauen vollführen, war damals revolutionär. Denn Auguste Rannenberg gehörte zu den ersten sechs Frauen, die sich an der Uni Münster immatrikulierten. Bis das möglich wurde, vergingen Jahrhunderte, in denen Frauen für ihre Rechte kämpften und sich auf unterschiedlichstem Wege Zugang zu Bildung suchten.  Es war ein langer Weg der Frauen zu den Toren der Universitäten…</p>
<p>Es gab sie bereits im <a href="http://www.qhistory.de/tag/mittelalter/" target="_blank">Mittelalter</a>, die gelehrten und gebildeten Frauen. In Klöstern, Stiften und Inklusen widmeten sie sich geistiger Arbeit.  Teils sogar intensiver als die Männer, die sich auf das Kriegshandwerk fokussierten.  Aber als im 12. Jahrhundert die ersten Universitäten gegründet wurden war eines klar: Der Zutritt ist Frauen verboten. Der wissenschaftliche Diskurs erreichte sie nie.  Berühmte intellektuelle Frauen des Mittelalters wie Hroswitha von Gandersheim (935-973) oder Hildegard von Bingen (1098-1179) strebten nach einem Weisheitsideal, das stets fernab der wissenschaftlichen Institutionen bleiben musste.</p>
<p><strong>Wenn sie etwas wissen wollen, sollen sie ihre Männer fragen<span id="more-5450"></span></strong></p>
<p>Den Ausschluss von Frauen meinte die Männerwelt auch mit gottgewollten Gründen legitimieren zu können – wie dem paulinischen Redeverbot im 1. Korintherbrief: <em>„Wie es in allen Gemeinden der Heiligen üblich ist, sollen die Frauen in der Versammlung schweigen; es ist ihnen nicht gestattet zu reden. Sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz es fordert. Wenn sie etwas wissen wollen, dann sollen sie zu Hause ihre Männer fragen.“</em></p>
<p>Mit den Universitäten der <a href="http://www.qhistory.de/tag/fruhe-neuzeit/" target="_blank">frühen Neuzeit</a> verschärfte sich das männliche Bildungsmonopol.  Denn sie waren nicht nur Orte der Wissenschaft und Forschung, sondern Orte der männlichen Sozialisation: Die „commilitones“ – die Kriegsgefährten und Waffenbrüder – sammelten sich in Verbindungen und erprobten ihre Kräfte im Duell. Eine Welt, die für Frauen selbstverständlich verschlossen war. Erst im 19. Jahrhundert begann ein neuer Wind durch die deutsche Universitätslandschaft zu wehen…</p>
<p><strong>Der Mann handelt nach Überzeugungen, das Weib nach Gefühlen?</strong></p>
<p><em>"Schaut nur zurück, weit in die Jahrtausende, ihr Leibeigenen der Sitte und Tradition, und seht die Zeit wie eine felsenfeste Pyramide an, in der ihr eure schönen Gedanken-Mumien für alle Ewigkeit glaubt conserviren zu können! […] Das Zeitalter der Ruinen- und Alterthümer-Sentimentalität ist vorüber. Ich fasse, was ich fordere, noch einmal zusammen: Völlige Gleichberechtigung der Geschlechter auf dem Gebiete der Wissenschaft.</em>"</p>
<p>Mit diesen Worten provozierte  die deutsche Frauenrechtlerin Hedwig Dohm 1874 die Männerwelt und kämpfte gegen eine breite Front von Gegnern des Frauenstudiums.  Dass Frauen überhaupt die Fähigkeit haben zu studieren, wurde von einem Großteil der Professoren bestritten: "Der Mann handelt nach Ueberzeugungen, das Weib nach Gefühlen; die Vernunft beherrscht bei jenem das Gefühl, bei diesem umgekehrt das Gefühl die Vernunft. Der wahre Geist der exakten Naturwissenschaften wird dem Weibe stets verschlossen bleiben."</p>
<p><strong>Auch in Münster sprach man sich zunächst gegen das Frauenstudium aus</strong></p>
<p>Gerade aufgrund des Widerstandes an den Fakultäten selbst war der Weg der Frauen zum Studium so steinig und hart. Auch in Münster sprach sich der Senat 1892 gegen einen Antrag zum Frauenstudium aus: „Der Senat lehnt  1) die Zulassung der Frauen prinzipiell ab. Derselbe hält 2) die bisherige wissenschaftliche Höhe der Vorlesungen durch diese Zulassung für gefährdet.“ Die Frauen – eine Gefahr für das wissenschaftliche Niveau? So wurde tatsächlich auf höchster Ebene argumentiert.</p>
<p>Die Immatrikulation wurde in Münster erst durch einen Erlass des preußischen Kabinetts 1908 für Frauen möglich. Preußen war der vorletzte Bundesstaat, der sich zu diesem Gesetz durch rang. War das nun der endgültige Durchbruch der Frauen an den Universitäten? Leider blieb die Situation der Frauen schwierig. Nicht nur die öffentliche Akzeptanz war gering, sondern auch das <a href="http://www.qhistory.de/tag/preusen/" target="_blank">preußische</a> Gesetzt hatte noch eine Haken.</p>
<p>„Aus besonderen Gründen können mit Genehmigung des Ministers Frauen von der Teilnahme an einzelnen Vorlesungen ausgeschlossen werden.“ So der dritte Paragraph des Gesetzes. Die völlige Emanzipation der Frauen an den Universitäten stand somit erst in seinen Anfängen. Bis Frauen promovierten und habilitierten vergingen nochmals Jahre. Und ein kurzer Blick auf die heutigen Statistiken zeigt, dass der Weg noch nicht zu Ende gegangen ist. Nur ¼ der Habilitanden sind derzeit Frauen.</p>
<p><span style="color: #999999;"><br />
<strong>Autor/Redaktion:</strong> Astrid Mohr</span><br />
<span style="color: #999999; font-size: 85%; align: right;"><br />
<strong>Foto:</strong> flickr, by-sa <a rel="nofollow" href="http://www.flickr.com/photos/quinnanya/3881518994/in/photostream/" target="blank">Quinn Dombrowski</a></span></p>
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