Q History Geschichte bei Radio Q

3Nov/11

Chile-Spezial #5: Vor den Interviews


 
Podcast: Play in new window | Download

Kameramann Markus Bomholt und die Studenten sprechen über ihre Erwartungen an die Zeitzeugeninterviews.

Lisa: "Was natürlich sehr spannend, aber gleichzeitig auch sehr schwierig sein wird, das sind die Zeitzeugeninterviews. Ich glaube, da freuen wir uns alle drauf - denn es ist einfach spannend, mit jemand zusammenzutreffen, der bei der Solidaritätsbewegung war oder sogar Exil-Chilene ist. Trotzdem ist es natürlich auch mit einer gewissen Nervosität verbunden, diese Menschen auf einmal interviewen zu müssen."

Cornel: "Und wir müssen auch erst einmal das ganze Handwerkszeug dafür lernen, also zum Beispiel die Technik - wir werden das Ganze auch mit einer Kamera aufnehmen - , und ich denke, schon der Umgang mit der Technik wird nicht ganz ohne sein. Das dann auch noch mit dem Inhalt zu verbinden, wird wahrscheinlich eine ziemliche Herausforderung."

Markus Bomholt: "Wenn der Ton nicht taugt, dann kann man das ganze Interview vergessen. Wenn das Bild unscharf ist, oder verrauscht, man hat nicht die richtige Farbe oder es läuft jemand durch das Bild - dann kann man auch das nicht benutzen. Also da gibt es keine Banalitäten, das ist im Gegensatz zum Hörfunk wirklich gnadenlos. Die Leute haben das falsche Hemd an, und keiner hört mehr auf das, was erzählt wird. Da gibt es nichts Banales. Da kann die Kaffeetasse, die im Weg steht, genauso stören wie der vorbeifahrende Zug."

Cornel: "Morgen werden wir im gemütlichen Beisammensein zwei der Zeitzeugen treffen, und darunter auch den Zeitzeugen, den Nadia und ich zusammen interviewen werden. Das ist dazu gedacht, die Leute schon mal kennen zu lernen und erste Kontakte zu knüpfen. Vielleicht kann man sich dadurch auch besser auf die Interviews vorbereiten, die dann in der nächsten Woche folgen werden. Und ich denke, dass das spannend wird."

Nadia: "Ich denke, wenn man erstmal die ersten beiden Fragen bzw. den Anfang überwunden hat, dann macht es wirklich Spaß, man ist gelöst, und dann läuft das eigentlich wie von selbst. Wenn man dann noch gut mit dem Interviewpartner kommunizieren kann, ist das wirklich angenehm und auch spannend."

Markus Bomholt: "Da muss man als Interviewer oft ein bisschen souverän auftreten, damit man hinterher das bekommt, was man auch verwerten kann. Also die größte Schwierigkeit ist meiner Meinung nach gar nicht die Kamera selbst - da bin ich ja immer dabei, um beratend mitzuwirken und darauf zu achten, dass das gut wird. Die viel größere Schwierigkeit für die Studierenden ist letztlich, kurze, schnittfähige Antworten zu bekommen und präzise auf den Punkt zu kommen. Sonst hat man am Ende viel Gerede, aber keine Antwort."

Nadia: "Also ich fühle mich schon sicher. Wir haben ja im Seminar wirklich viel gelernt, haben also die fachwissenschaftliche Grundlage, und wir wissen ja auch, dass die Zeitzeugen kooperativ sind. Die haben eingewilligt, bei dem Interview mitzumachen, und von daher denke ich, dass das gut klappen wird."

Kommentare (0) Trackbacks (0)

Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.


Kommentar schreiben


Noch keine Trackbacks.